Ausgerechnet im Jahr seines Goldjubiläums schickt Audi den coolen Soundtrack des Fünfzylinders ins Museum: Dabei waren es legendäre Ringträger wie der Audi 100 5E (1976) und der Ur-quattro (1980), die die Marke begehrenswert machten. Aber auch andere Hersteller von Fiat bis Volvo setzten auf die Faszination der Fünf.SP-X/Köln. Es war kein fauchender V12 und auch kein blubbernder V8, sondern nur ein kerniger Fünfzylinder-Benziner, der 1976 im Audi 100 5E C2 als preiswerte Alternative zum prestigeträchtigen Sechszylinder debütierte. Gleichwohl kann auch der unverwechselbare Sound der fünf Töpfe Gänsehautgefühle vermitteln, wie Rallyefans seit den spektakulären Erfolgen des Audi Ur-quattro in den 1980ern wissen. So kam es, dass um die Jahrtausendwende viele weitere Hersteller von Alfa über Fiat, Ford, Lancia oder Seat bis Volvo und VW sogar in braven Kombis und Familienlimousinen auf die Anziehungskraft der Motoren mit der markanten Zündfolge 1-2-4-5-3 setzten. Waren diese doch oft auch effizienter als vergleichbare V6.
Trotzdem: 50 Jahre nach dem aufsehenerregenden Start seiner Fünfender verabschiedet sich Pionier Audi zumindest in Europa von diesem charakterstarken Kraftwerk, das weiter Kultstatus genießt, wie die Nachfrage nach den letzten verfügbaren RS3 mit der krummen Zylinderzahl zeigt. Gründe genug für eine Zeitreise zurück in die Ära, als Audi erstmals im Premiumsegment anklopfte und der spätere VW-Konzern-Patriarch Ferdinand Piëch die Automobilwelt mit dem ungewohnten Klang des Fünfers vertraut machte. Wobei der allererste in Serie gebaute Reihen-Fünfer zugleich durch Nagelgeräusche auf sich hinwies: Als freischaffender Ingenieur hatte Piëch den Selbstzünder des Mercedes 240 D (W115) vergrößert und so die Basis gesetzt für den 1974 vorgestellten Fünfzylinder-Diesel 240 D 3.0. Seinen nächsten Coup lancierte Piëch zwei Jahre später als Technik-Vorstand: Fortschritt durch Fünfzylinder lautete nun das Credo beim Audi 100 5E.






