PfadnavigationHomeRegionalesBaden-WürttembergDer Abgesang des deutschen Schlagers im FernsehenVeröffentlicht am 10.04.2026Lesedauer: 4 MinutenDie Sendung «Immer wieder sonntags» soll noch in diesem Jahr eingestellt werden. (Archivbild) Quelle: Philipp von Ditfurth/dpaRund die Hälfte der Deutschen hört gern Schlager. Jahrzehntelang wurde sie übers lineare Fernsehen in die Wohnzimmer gebracht - doch das ändert sich nun. Verschwinden Schlagershows jetzt ganz?Millionen Deutsche reisen jedes Jahr nach Mallorca oder in die Alpen: Für Party, Palmen oder Glitzerschnee. Eines darf dabei nicht fehlen: Schlagermusik. Ob am Ballermann oder im Brixental - die Leute fahren auf Volksmusik mit einfachen Texten und eingängigen Melodien ab. Oder was wäre der Karneval, die Fastnacht oder der Fasching ohne Schlager? Nicht wegzudenken ist er bei Schützenfesten oder dem wohl größten Volksfest der Welt, dem Oktoberfest. Wie passt es dann zusammen, dass aus dem Fernsehen immer mehr Schlagersendungen verschwinden?
Schlager im Fernsehen steht unter Druck. Erst kürzlich hat die ARD das Aus von zwei beliebten Sendungen mit Millionenpublikum bekanntgegeben. Mit dem Klassiker «Immer wieder sonntags» und der «Beatrice Egli Show» fallen künftig zwei bekannte Formate im ARD-Programm weg. Stefan Mross (50) darf immerhin noch bis Spätsommer einige Liveshows moderieren. Egli (37) dagegen bekommt zumindest im Ersten vorerst keine Sendung mehr.Offiziell heißt es vom produzierenden Sender SWR und von der Sängerin: Sie wolle sich anderen Projekten widmen und gehe zudem im Herbst auf Tour. Inoffiziell passt der Wegfall ihrer Sendung bestens zur neuen Marschrichtung der ARD.Zur Streichung von «Immer wieder sonntags» nach rund 30 Jahren hieß es vom SWR: Das Geld solle einerseits eingespart und andererseits in die Entwicklung neuer digitaler Unterhaltungsformate investiert werden. Zudem wollen sich ARD und SWR auf ein jüngeres Publikum fokussieren.Geht es dem TV-Schlager jetzt an den Kragen?Auch bei weiteren Schlagersendungen im deutschen Fernsehen ist der Rotstift angesetzt worden. So flog Anfang des Jahres die «Schlagerhitparade» mit Christin Stark, der Ehefrau von Matthias Reim, trotz treuer Fangemeinde ersatzlos aus dem Programm.Im vergangenen Jahr erklärte der MDR gegenüber dem Fachportal schlager.de das Aus so: «Wie alle modernen Medienhäuser entwickelt auch der MDR sein publizistisches Angebotsportfolio kontinuierlich im Sinne des Publikums weiter. Denn die Interessen und Bedürfnisse in der Mediennutzung verändern sich rasant, bekanntermaßen steigt die Nutzung digitaler Formate stetig.»






