PfadnavigationHomePolitikAuslandVideo gibt Rätsel aufKreml-Propagandist fordert, Putin vor Kriegsgericht zu stellen – und landet in PsychiatrieVeröffentlicht am 20.03.2026Lesedauer: 2 MinutenIn Russland hat der bekannte Kreml-Propagandist Ilja Remeslo in einem Video gefordert, Präsident Putin vor ein Kriegsgericht zu stellen. „Ich möchte nicht ausschließen, dass dieser Remeslo ein Projekt des russischen Geheimdienstes FSB ist“, so Korrespondent Christoph Wanner.Kritik an Putin ist in Russland selten. Mit Ilja Remeslo startete ausgerechnet ein bisheriger Propagandist einen verbalen Frontalangriff auf den Kremlchef. Nun berichten Medien, dass der Blogger in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wurde.Ein langjähriger Kreml-Propagandist ist Medienberichten zufolge nach einer überraschenden politischen Kehrtwende in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden. Der Blogger Ilja Remeslo sei in St. Petersburg in die Psychiatrie Nummer 3 eingewiesen worden, berichtete etwa das Internetportal „Fontanka“. Zuvor hatte Remeslo, der bis dahin als Denunziant der russischen Opposition bekannt war, mit einer scharfen Kritik an Kremlchef Wladimir Putin und dem von ihm befohlenen Krieg in der Ukraine für Aufsehen in Russland gesorgt.Die abrupte Kehrtwende des Kreml-Propagandisten hatte in Russland zuvor für Diskussionen gesorgt. Remeslo schrieb plötzlich auf seinem Telegram-Kanal, dass Putin als Präsident illegitim sei und vor ein Kriegsgericht gehöre. Putin habe das Land in die Sackgasse des Ukraine-Kriegs geführt, hieß es in einer Art Manifest. Der Kremlchef schade der Wirtschaft, er erdrossele die Freiheit der Medien und des Internets.Die russische Justiz hat Kritiker schon für weniger scharfe Äußerungen zu Haftstrafen verurteilt. Zwar werden die sogenannten Z-Blogger geduldet, die echte oder vermeintliche Fehler der Militärführung aufspießen. Doch ein Frontalangriff auf Putin, zumal aus dem eigenen Lager, gibt Rätsel auf.Die Attacke fällt aber in eine Zeit, in der die schweren Verluste im Krieg wie auch die wirtschaftlichen Schäden in Russland spürbarer werden.Eine Provokation des Kremls? Remeslo, nach eigenen Angaben Jurist, ist unter anderem als Zeuge der Anklage in Prozessen gegen den Kreml-Gegner Alexej Nawalny aufgetreten, der 2024 in Haft ums Leben kam. Leonid Wolkow, enger Mitarbeiter Nawalnys, vermutete deshalb, dass hinter der angeblichen Kehrtwende ein Schachzug des Kremls stehe. „Ilja Remeslo macht niemals etwas umsonst. Und er macht niemals etwas ohne Erlaubnis“, schrieb er auf X. Allerdings gingen seine Äußerungen weit über das hinaus, was der Kreml sonst als Kritik zulasse.Andere Kommentatoren hatten die kommende Parlamentswahl in Russland oder die staatlichen Blockadeversuche gegen den Messenger Telegram als Hintergrund vermutet. Remeslo hatte in einem kurzen Video versichert, dass sein Telegram-Konto nicht gehackt worden sei. dpa/krott/saha