Mit Konfettiregen in den australischen Nationalfarben vor Augen ließ Mercedes-Pilot George Russell nach dem Start in die neue Ära der Formel 1 die Champagnerkorken knallen. Der Engländer wehrte beim Auftaktrennen in Melbourne nach der größten Regelreform in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse sogar einen Raketenstart von Ferrari-Fahrer Charles Leclerc ab und beflügelte die Hoffnungen der Silberpfeile auf die Rückkehr in eine eigene glorreiche Zeitrechnung.«Ich mag dieses Auto, ich mag diesen Motor», schwärmte Russell nach seinem sechsten Grand-Prix-Sieg, ehe Konfetti in Gold und Grün über die Start-Ziel-Gerade auf dem Albert Park Circuit flatterte. «Du bist Wahnsinn», entgegnete die Box von Mercedes und durfte damit auch Kimi Antonelli meinen, der mit seinem zweiten Rang den 61. Doppelerfolg der Silberpfeile in der Formel 1 perfekt machte.T-Shirts mit der Aufschrift «P1»«Da ist so viel Zufriedenheit in diesem Team», meinte Mercedes-Teamchef Toto Wolff und erinnerte an die vergangenen vier «sehr schwierigen» Jahre. «Wir haben den Kampf um die WM in unseren Händen. Das ist das beherrschende Gefühl.» Verdient streiften sich die Silberpfeil-Angestellten dann auch T-Shirts mit der Aufschrift «P1» über.Der Mercedes-Auftritt war ein kraftvolles Zeichen. Leclerc (+15,5 Sekunden) und Teamkollege Lewis Hamilton (+16,1 Sekunden) konnten das Spitzentempo nicht mitgehen. Ganz zu schweigen vom abgeschlagenen Weltmeister Lando Norris, dem als Fünften schon 51,7 Sekunden auf Russell fehlten. Dabei steuert der Engländer einen McLaren mit Mercedes-Motor.Liegen die Ferrari-Strategen daneben?Die Fans Down Under bekamen eine spektakuläre Ouvertüre geboten mit vielen Überholmanövern und fünf Ausfällen. Das befürchtete Tohuwabohu etwa wegen der veränderten Startabläufe blieb aber aus. Eine «gewisse Neuordnung der Werte», erkannte die «Gazzetta dello Sport» in Italien.
Russell gewinnt Action-Auftakt: «Neuordnung der Werte» - WELT
Die Show stimmt. Die Formel 1 präsentiert sich nach der historischen Regelreform von ihrer unterhaltsamen Seite. Mercedes setzt eine erste Duftmarke. Bei der Audi-Premiere herrschen Freude und Frust.












