PfadnavigationHomePodcastsInside USAPodcast zur US-PolitikHarte Worte, aber kein Handeln – Warum Trump im Iran zögertVeröffentlicht am 19.01.2026Lesedauer: 2 MinutenProtestierende gegen das iranische Regime in Spaniens Hauptstadt fordern Donald Trump zum Handeln aufQuelle: AFP/OSCAR DEL POZOAnfang des Jahres flammten plötzlich große Proteste im Iran auf – und wurden vom Regime brutal erstickt. Auf die große Freiheitshoffnung folgten Massaker und Internetsperre. Während die Menschen im Land weiter auf Hilfe warten, zögert Donald Trump trotz seiner KriegsrhetorikBleiben die Iraner allein - oder kommt doch noch ein westlicher Befreiungsschlag? WELT-Nahostexperte Daniel-Dylan Böhmer ordnet die Lage ein und erklärt, was die Proteste für die Zukunft des Regimes bedeuten.

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Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck von der Folge:In der aktuellen Folge von „Der Amerika-Effekt“ geht es um die Frage, warum die Protestbewegung im Iran zum Stillstand kam – und welche politische Dynamik sich zwischen Washington, Teheran und Jerusalem gerade entfaltet.Nahostexperte Daniel-Dylan Böhmer erklärt im Podcast, warum selbst kurdische Organisationen inzwischen von einem Ende der Proteste sprechen. Ausgerechnet diese Gruppen, die in der Vergangenheit meist am entschlossensten gegen das Regime auftraten, melden aktuell keine Aktivitäten mehr. Dabei zeigten die Proteste zunächst eine neue Qualität: Sie waren dezentral organisiert, forderten nicht nur Reformen, sondern einen Systemwechsel – und sie waren breiter aufgestellt als frühere Bewegungen.Das Regime behauptet sich – vorerstNach massiven Repressionsmaßnahmen und zahlreiche Toten sieht sich die iranische Führung aktuell im Vorteil. Die Regierung signalisiert, das Internet wieder freischalten zu wollen – ein Indiz, dass sie die Lage unter Kontrolle wähnt. Zwei zentrale Erkenntnisse aber bleiben: wie schnell sich der Widerstand mobilisieren ließ – und wie brutal der Staat darauf reagierte.Gleichzeitig wächst die Enttäuschung über ausbleibende internationale Unterstützung. Weder der Sohn des letzten Schahs noch die USA konnten konkrete Hilfe leisten. Donald Trumps verbale Zusicherungen wurden als Hoffnungsschimmer wahrgenommen – doch letztlich folgten keine Taten. Beobachter berichten, dass viele Demonstrierende glaubten, die USA würden militärisch tatsächlich eingreifen, was jedoch ausblieb.Zwischen Machtvakuum und AtomkonfliktEin solches militärisches Eingreifen gilt als riskant. Nicht nur Trumps Umfeld ist in dieser Frage gespalten – auch Israel wägt ab. Zwar behauptet die Regierung Netanjahu, der israelische Geheimdienst sei operativ im Iran aktiv, doch gleichzeitig warnen Militärs vor einem regionalen Machtvakuum mit unkalkulierbaren Folgen.Das zentrale Ziel westlicher Politik bleibt die Verhinderung eines iranischen Atomwaffenprogramms. Hier könnte es in Zukunft erneut zu gezielten Luftangriffen kommen – entweder auf Atomanlagen oder Einrichtungen der Revolutionsgarden. Doch ein grundlegender Wandel im Iran? Der scheint zwar weiter möglich, aber nicht absehbar.