PfadnavigationHomePanoramaTragödie in Crans-Montana14-jährige Schweizerin unter 40 Todesopfern – Betreiber in Ermittlungen involviertVeröffentlicht am 03.01.2026Lesedauer: 5 MinutenNach der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana erhalten mehrere Verletzte jetzt auch Hilfe in Deutschland. Mehrere Brandopfer wurden in deutsche Spezialkliniken gebracht.Die Silvester-Brandkatastrophe in Crans-Montana forderte mindestens 40 Menschenleben. Unter den Opfern ist eine 14-Jährige. Die Schweizer Behörden prüfen, ob Brandschutzvorschriften eingehalten wurden, gegen die Betreiber wird ermittelt.Schweizer Experten haben inzwischen 24 der 40 Todesopfer der Brandkatastrophe in einer Bar in Crans-Montana identifiziert. Darunter ist das bislang jüngstes Todesopfer, eine 14-jährige Schweizerin, wie die Polizei im Kanton Wallis berichtet. Zahlreiche Opfer sind noch minderjährig, darunter neben Schweizern auch Italiener und ein italienisch-emiratischer Staatsangehöriger. Ebenso identifiziert wurden ein Rumäne (18), ein Türke (18) und ein Franzose (39).Unter den 119 Verletzten sind mehr als 70 Schweizer sowie Franzosen, Italiener, Serben und einzelne Angehörige anderer Länder. Deutsche Opfer wurden bislang nicht gemeldet.Verletzte aus Crans-Montana werden in Deutschland behandeltDie Behandlung der zum Großteil schwer verletzten Menschen wird zu einer europäischen Mammutaufgabe. Deutschland ist mit seinen zahlreichen auf Brandfälle spezialisierten Kliniken besonders gefragt. Insgesamt wurden elf Patienten nach Deutschland übernommen und einer spezialisierten Behandlung zugeführt.Die Verteilung der Patienten auf Krankenhäuser in den fünf Kleeblättern erfolgt dabei gemeinsam mit den Kleeblattpartnern. Der Kleeblattmechanismus wurde während der Corona-Pandemie von Bund und Ländern gemeinsam entwickelt, um bei außergewöhnlichen Lagen eine koordinierte, länderübergreifende Verteilung von Patienten zu ermöglichen.Europäische Unterstützung über den EU-KatastrophenschutzmechanismusInsgesamt wurden über das EU-Katastrophenschutzverfahren 35 Patienten nach Belgien, Deutschland, Frankreich und Italien in spezialisierte Kliniken für Verbrennungsopfer transportiert. Die Transporte wurden dabei durch Frankreich, Italien, Luxemburg, Rumänien und die Schweiz durchgeführt. Unterstützt wurde die Schweiz vor Ort durch spezialisierte Teams zur Behandlung von Verbrennungsopfern aus Frankreich und Italien.Lesen Sie auchDie Schweiz hat mitgeteilt, dass keine weiteren Transport- oder Behandlungskapazitäten benötigt werden.Fünf minderjährige Opfer im Kinderspital behandeltIm Kinderspital Zürich werden fünf minderjährige Brandopfer behandelt, wie Kathrin Neuhaus, Chefärztin des dortigen Brandverletzungszentrums, dem Sender SRF sagt. Teilweise sei mehr als 70 Prozent der Körperoberfläche verbrannt. „Das heißt, sie sind Infektionen ausgesetzt, sie verlieren Wärme und es kommt durch die schwere Brandverletzung zu einer Verbrennungskrankheit, die den ganzen Körper systematisch betrifft, also auch das Herz-Kreislauf-System“, sagt sie. Zudem hätten viele durch das Einatmen von Rauch schwere Schädigungen etwa der Lunge. Vielen der jungen Patienten stehe eine zweistellige Zahl von Eingriffen bevor. Sie müssen dann mehrmals die Woche in den Operationssaal. „Im Moment planen wir, mit jedem Patienten jeden zweiten Tag in den OP zu gehen“, sagte sie. Die Behandlung kann sich je nach Schweregrad über Monate hinziehen.Lesen Sie auchDerweil ist gegen die Betreiber eine Strafuntersuchung eröffnet worden. „Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen“, teilte die Polizei und die Staatsanwaltschaft des Kanton Wallis mit. Das französische Paar, das die Bar betreibt, wurde als von der Staatsanwaltschaft als Zeugen verhört. „Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht“, sagte der Wirt nach einem Bericht des Nachrichtenportals „20 Minuten“ in einem Gespräch. Sie kooperierten mit den Behörden. „Wir werden alles tun, um mitzuhelfen, die Ursachen zu klären“, zitiert das Nachrichtenportal den Wirt. „Wir tun alles in unserer Macht Stehende. Auch unsere Anwälte sind involviert.“ Seine Frau war nach Medienberichten in der Nacht in der Bar und wurde leicht verletzt.Lesen Sie auchDas Inferno in der Silvesternacht in einer Bar des Schweizer Skiorts war nach bisherigen Ermittlungen durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst worden. Sie setzte den Erkenntnissen zufolge Schaumstoff an der Decke in Brand. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus. Die Staatsanwaltschaft prüft unter anderem Umbauarbeiten, verwendete Materialien, Betriebsgenehmigungen, Sicherheitsmaßnahmen, Brandschutznormen und Flucht- und Evakuierungswege, wie Oberstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagte. Geprüft werde auch, ob Anwesende, die noch leben, strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Auf Fotos und Videos waren feiernde Menschen mit Feuerwerk in Champagnerflaschen zu sehen, das nach ersten Ermittlungen Schaumstoff an der Decke in Brand gesteckt haben dürfte. In Betracht kämen etwa fahrlässige Brandstiftung oder fahrlässige Tötung, sagte Pilloud. Bislang gebe es aber keine strafrechtlich relevanten Anhaltspunkte, betonte sie.Kritik an FluchtwegsituationVon vielen Seiten kommt Kritik an der baulichen Situation auf. „Die Fluchtwegsituation vom Gebäude war sicher nicht ideal, weil Leute von Untergeschoss – glaube ich – nur eine Ausgangsmöglichkeit hatten“, sagt Dumeng Wehrli, Präsident der Interessengemeinschaft der Brandschutzingenieure Schweiz, dem Sender SRF. Allein anhand der Zahl der Opfer ist klar, dass sich in den beiden Räumen der Bar mehr als 150 Menschen aufgehalten haben.Ein einziger Notausgang reiche nach den Vorschriften nur in einem Raum mit bis zu 50 Personen, sagt Wehrli. Bei mehr als 50 seien zwei Notausgänge vorgeschrieben. Ab 200 Personen müsse es mehrere und breitere Fluchtwege und Ausgänge geben. Er äußert sich auch zu den Funken sprühenden Partyfontänen, die auf Videos und Bildern zu sehen sind und welche die Ermittler für den Auslöser des Feuers halten. „Pyrotechnische Gegenstände haben aus meiner Sicht im Inneren von Gebäuden nichts zu suchen“, sagt er. Problematisch könne auch das verbaute Material sein. Auf Videos ist zu sehen, wie Schaumstoff an der Decke – vermutlich zur besseren Akustik angebracht – in Brand geriet. „Alles, was ich fest anbringe, muss als Baustoff zugelassen sein“, sagt Wehrli. Dafür gebe es klare Vorschriften, dass dies nicht leicht entflammbar sein darf. Der Experte betont, dass er selbst nicht vor Ort war und nicht konkret beurteilen könne, welches Material in der Bar verwendet worden war.dpa/krö/ceb
Tragödie in Crans-Montana: 14-jährige Schweizerin unter 40 Todesopfern – Betreiber in Ermittlungen involviert - WELT
Die Silvester-Brandkatastrophe in Crans-Montana forderte mindestens 40 Menschenleben. Unter den Opfern ist eine 14-Jährige. Die Schweizer Behörden prüfen, ob Brandschutzvorschriften eingehalten wurden, gegen die Betreiber wird ermittelt.















