PfadnavigationHomePanoramaCrans-Montana80 Menschen kämpfen nach Feuer-Katastrophe um ihr Leben – Foto soll Beginn des Infernos zeigenVeröffentlicht am 02.01.2026Lesedauer: 5 MinutenBei einem verheerenden Brand in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana sind in der Silvesternacht mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Noch ist unklar, was zur Katastrophe führte. Sehen Sie hier ein WELT Spezial.Behörden und Experten rätseln, warum sich der Brand in einer Bar in Crans-Montana so rasch ausbreitete. Die Kantonsregierung des Wallis hat eine Vermutung und spricht von „Flashover“. Augenzeugen berichten von dramatischen Ereignissen.Bei dem verheerenden Silvester-Brand in einer Bar im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana sind etwa 40 Menschen ums Leben gekommen, rund 115 weitere wurden verletzt. Der Präsident der Regierung des Kantons Wallis, Mathias Reynard, sagte der Regionalzeitung „Walliser Bote“, mindestens 80 von ihnen befänden sich in einem lebensgefährlichen Zustand. Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Die neuesten Erkenntnisse zur Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana lesen Sie in hier.Die Identifizierung der Todesopfer dauert noch an. Der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, sagte dazu: Es werde „wahrscheinlich auch Opfer aus dem Ausland“ geben. Junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren gehören zu den am schwersten Verletzten.Lesen Sie auch22 Verletzte, die in einer Spezialklinik in Lausanne behandelt werden, sind mittlerweile identifiziert. „Alle 22 sind schwerstens verletzt. Die Prognosen sind für jeden dieser Verletzten, die alle schwere Verbrennungen erlitten haben, sehr ernst“, sagte die Direktorin des Universitätsklinikums Waadt (CHUV), Claire Charmet. Viele dürften sehr lange Behandlungen benötigen. Familienangehörige seien teils vor Ort. Die Klinik sei mit Material und Personal ausreichend ausgestattet. Insgesamt waren 115 Verletzte auf verschiedene Kliniken verteilt worden, teils auch in Deutschland. Der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Raffoul, sagte dem Sender RTS, die Universitätsklinik Lausanne habe allein etwa 13 Erwachsene und 8 Minderjährige aufgenommen, „deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist“.Augenzeugen berichten von dramatischen EreignissenEin junger Gast aus Paris, der 16-jährige Axel Clavier, überlebte das Unglück und beschrieb die Szenen im Inneren als „totales Chaos“. Einer seiner Freunde sei ums Leben gekommen, und zwei oder drei würden vermisst, sagte er der Nachrichtenagentur AP. Er habe den Ausbruch des Brandes nicht beobachtet, aber er habe Kellnerinnen mit Champagnerflaschen und Wunderkerzen gesehen. Clavier berichtete, er habe das Gefühl gehabt zu ersticken und sich zunächst hinter einem Tisch versteckt. Dann sei er nach oben gerannt und habe versucht, mit einem Tisch eine Plexiglasscheibe einzuschlagen. Diese sei aus der Fassung gefallen, wodurch er entkommen konnte.Lesen Sie auchZwei Frauen berichteten, sie hätten in der Bar gesehen, wie ein Barkeeper eine Barkeeperin auf seine Schultern gehoben habe, während diese eine Flasche mit einer brennenden Kerze gehalten habe. Die Flammen hätten sich ausgebreitet und die Holzdecke einbrechen lassen. Eine der Frauen beschrieb, wie die Menschenmenge panisch versuchte, aus dem Kellerclub über eine schmale Treppe (Foto) und durch eine enge Tür zu fliehen.Eltern in PanikEin weiterer Zeuge sagte, wie Menschen Fensterscheiben eingeschlagen hätten, um dem Feuer zu entkommen. Einige wurden schwer verletzt. Panische Eltern eilten zum Brandort, um nachzusehen, ob ihre Kinder noch im Gebäude waren. Der junge Mann sagte, er habe etwa 20 Menschen gesehen, die sich aus Rauch und Flammen in Sicherheit gebracht hätten, und verglich das Geschehen mit einem Horrorfilm.„Flashover“ könnte Temperatur von bis zu 1200 Grad verursacht habenÜber die Brandursache gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Es kursiert aber eine Theorie, wieso so viele Menschen starben und nicht flüchten konnten. Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem „Flashover“ in der Bar, einer Art Feuerwalze, nannte aber keine Quelle für diese These. „In der Silvesternacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar 2026 kam es in der Bar ‚Le Constellation‘ in Crans-Montana infolge eines Brandes zu einem Flashover, der eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte und zahlreiche Tote und Verletzte forderte“, hieß es in der Mitteilung des Staatsrats (der Regierung des Kantons). Die ermittelnde Staatsanwältin Beatrice Pilloud sagte später lediglich, der gesamte Raum habe Feuer gefangen und das habe zu einer Explosion geführt.Die Brandschutzsachverständige Sandra Barz erklärte im ARD-„Brennpunkt“ das Phänomen „Flashover“ als ein „kleines Brandereignis“, das die Hitze an die Umgebungstemperatur abgebe. Dann sammele sich unter der Decke die Hitze. Dieser Wärmestau werde heißer und heißer. Alle brennbaren Materialien in dem betroffenen Raum würden dann irgendwann chemisch zersetzt und bildeten bestimmte Gase.„Und bei dem richtigen Mischungsverhältnis und bei einer immer höher werdenden Temperatur ist das eine Durchzündung, eine Feuerwalze, die komplett alles gleichzeitig in Brand nimmt, ohne dass es durch eine Flamme berührt wird.“Im Zuge eines „Flashovers“ erfolgt nach Darstellung von Barz ein Temperaturanstieg innerhalb von geringer Zeit, auf etwa 1.000 bis 1.200 Grad. Zusätzlich falle der Sauerstoffgehalt auf unter vier Prozent. Sie betonte: „Das heißt, unser menschlicher Körper ist dafür nicht gemacht.“ Selbst für Feuerwehrleute stelle das eine schwierige Situation dar. Für Menschen ohne Schutzkleidung sei sie nicht zu überleben.Der französische Fernsehsender BFMTV veröffentlichte auf X mehrere Videos. Ein Video zeigte, wie eine Kellnerin eine Champagnerflasche mit einer brennenden Fontänenkerze durch die Bar trägt. In einem späteren Beitrag zeigte der Sender den „Moment, in dem das Feuer ausbrach“.Mit seinen Skipisten bis auf 3.000 Metern inmitten der schneebedeckten Gipfel und Kiefernwälder des Wallis zählt Crans-Montana zu den Top-Austragungsorten des Skiweltcups. Der Ort ist Gastgeber für die besten Abfahrtsläuferinnen und -läufer, darunter Lindsey Vonn, die hier ihre letzten Wettkämpfe vor den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina im Februar bestreiten. Der Golfclub Crans-sur-Sierre in Crans-sur-Sierre ist jedes Jahr im August Austragungsort der European Masters. dpa/sebe/RTR/AP/AFP/jm