PfadnavigationHomePanoramaEntscheidung gefallenIsrael darf am ESC 2026 teilnehmen – Deutschland begrüßt Entscheidung, andere Länder sagen abVeröffentlicht am 04.12.2025Lesedauer: 3 MinutenIsrael darf am Eurovision Song Contest (ESC) 2026 teilnehmen und soll nun doch nicht ausgeschlossen werden. TV-Sender aus Slowenien, Irland, Spanien und den Niederlanden hatten zuvor mit Rückzug gedroht, sollte Israel teilnehmen.Wegen des Vorgehens im Gaza-Streifen hatten mehrere Staaten gefordert, Israel vom ESC auszuschließen. Die Europäische Rundfunkunion lehnte dies nun ab. Erste Länder zogen sich daraufhin aus dem musikalischen Wettbewerb zurück.Israel darf am Eurovision Song Contest (ESC) 2026 teilnehmen und soll nun doch nicht ausgeschlossen werden. Die Mitglieder der Europäischen Rundfunkunion (EBU) stimmten mehrheitlich dafür, dass der Musikwettbewerb mit den geplanten Regeländerungen so fortgesetzt werden solle und dass kein weiteres Votum über die Teilnahme von bestimmten Mitgliedern wie Israel nötig sei. Die EBU ist die Organisatorin des Musikwettbewerbs.„Wir begrüßen die Entscheidung, dass Israel teilnehmen kann“, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) dazu am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seiner isländischen Kollegin Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir. Israel gehöre beim ESC „traditionell dazu“. Wadephul rief die Länder, die wegen der Entscheidung zu Israel einen Boykott der Musikveranstaltung angekündigt haben, auf, dies zu überdenken. „Kultur sollte immer etwas Verbindendes haben, und deswegen sollte auch dieses Forum genutzt werden und nicht Austragungsort politischer Differenzen sein“, fügte der CDU-Politiker hinzu. Auch der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille sagte in Berlin: „Israel gehört zum Eurovision Song Contest, das ist überhaupt keine Frage.“ Die Bundesregierung bedauere, „dass es nun Entscheidungen gibt, dass andere Länder sich zurückziehen“.Nach der EBU-Entscheidung hatten öffentlich-rechtliche TV-Sender aus Slowenien, Irland, Spanien und den Niederlanden mit einem Rückzug von der Veranstaltung gedroht, sollte Israel am Wettbewerb teilnehmen. Lesen Sie auchDie Sender begründen ihre Haltung mit der hohen Zahl palästinensischer Opfer im Gaza-Krieg durch das Vorgehen der israelischen Armee. Nach der Sitzung erklärte der niederländische Sender Avrotros, dass er nicht am ESC im Mai 2026 in Wien teilnehme. Auch Spanien, eines der wichtigen ESC-Länder und entschiedener Kritiker von Israels Vorgehen im Gaza-Streifen, kündigte nach der Erklärung umgehend seinen Boykott an. Es zählt zu den sogenannten Big Five, den fünf großen Geldgeberländern des ESC. Außerdem gehören spanische Zuschauer bislang zu den leidenschaftlichsten Fans des Wettbewerbs. Irland plant gleichermaßen einen Boykott. Mit sieben Siegen ist der Staat beim ESC und dessen Vorgänger-Veranstaltungen das erfolgreichste Land des traditionsreichen Musikwettbewerbs.Der angekündigte Boykott mehrerer Länder wirkt sich laut der Europäischen Rundfunkunion (EBU) allerdings nicht auf die Finanzierung des Musikwettbewerbs aus. „Die endgültige Anzahl der teilnehmenden Sender hat keinen Einfluss auf das geplante Produktionsbudget und den finanziellen Beitrag der EBU an den ORF“, teilte die Europäische Rundfunkunion mit.Lesen Sie auchIsraels Präsident Izchak Herzog hat die EBU-Entscheidung dagegen gelobt. „Israel verdient es, auf allen Bühnen der Welt vertreten zu sein“, schrieb Herzog auf der Plattform X. „Ich freue mich, dass Israel wieder am Eurovision Song Contest teilnehmen wird.“Israels Staatspräsident bedankte sich zudem bei Israels Freunden, die sich für das Recht des Landes starkgemacht hätten, weiter bei dem Wettbewerb dabei sein zu können. „Diese Entscheidung zeigt Solidarität, Verbundenheit und Zusammenarbeit“, so Herzog. Der Streit um Israel ist die wohl größte Zerreißprobe in der Geschichte des im kommenden Jahr zum 70. Mal stattfindenden und weltweit am meisten beachteten Musikwettbewerbs. Neben der Debatte um Israels Vorgehen im Gaza-Streifen nach dem Hamas-Angriff im Oktober 2023 gab es auch Vorwürfe, Israel könne die Zuschauerabstimmung in diesem Jahr manipuliert haben. Die israelische Starterin Yuval Raphael hatte im ESC-Finale in Basel im Mai völlig überraschend das Publikums-Voting gewonnen und war dadurch in der Gesamtwertung Zweite geworden. Hinweise auf Manipulationen fanden sich aber nicht, Israel könnte von einer aufwändigen Werbekampagne in Online-Netzwerken profitiert haben.dpa/AFP/rct/doli/kami