Köln. Junge Menschen, die ihr erstes Auto versichern, erleben oft eine böse Überraschung: hohe Prämien und strenge Auflagen machen den Einstieg teuer. Doch es gibt Möglichkeiten, die Versicherungskosten zu senken.Statt das Auto selbst mit der teuersten Schadenfreiheitsklasse (SF 0) zu versichern, können Fahranfänger es als Zweitwagen der Eltern anmelden. In diesem Fall stufen viele Versicherer sie günstiger ein. Manche bieten zudem spezielle Familien- oder Elterntarife an, wenn alle Fahrzeuge beim gleichen Anbieter versichert sind.Einige Gesellschaften erlauben es auch, die Schadenfreiheitsklasse von Verwandten zu übernehmen. Sparpotenzial gibt es außerdem bei der Wahl des Fahrzeugs: Modelle mit einer günstigen Typklasse senken die Prämie für die Kfz-Versicherung.Ranking Policen im Vergleich: Das sind die besten Kfz-Versicherungen für Familien Grundsätzlich sind Kfz-Versicherungen für Fahranfänger teuer. Der Grund: Laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat haben Führerscheinneulinge im Alter von 18 bis 24 Jahren ein überdurchschnittlich hohes Unfallrisiko – das schlägt sich in den Beiträgen nieder.Umso wichtiger kann der 30. November sein: Bis dahin muss die Kündigung beim aktuellen Versicherer eingehen, damit ein Wechsel zum 1. Januar 2026 möglich ist – und der Fahranfänger im neuen Jahr sparen kann.Gerade weil Fahranfänger hohe Beiträge zahlen, lohnt sich ein Tarifvergleich besonders: Bei identischem Schutz können die Unterschiede zwischen den Versicherern mehrere Hundert Euro im Jahr betragen. Eine wichtige Orientierung bietet die aktuelle Analyse der Kfz-Versicherungen von Franke und Bornberg für das Handelsblatt. In das Gesamtergebnis fließen zu 70 Prozent die qualitative Bewertung des Tarifs und zu 30 Prozent die jährliche Prämie ein.Die Versicherungsexperten von Franke und Bornberg haben für das Handelsblatt 95 Tarife speziell für Fahranfängerinnen und Fahranfänger im Alter von 19 Jahren untersucht.Grundlage waren eine Kfz-Haftpflicht mit mindestens 50 Millionen Euro Deckungssumme sowie eine Vollkaskoversicherung mit 500 Euro Selbstbehalt pro Schadenfall. Das Ergebnis: 35 Tarife erhielten die Bestnote „sehr gut“. Die Prämien variieren dabei deutlich – der teuerste dieser Top-Tarife kostet 2717,90 Euro im Jahr.Cosmos Direkt belegt mit dem Tarif „Comfort mit Werkstattbindung“ den ersten Platz im Vergleich – und bietet mit einer Jahresprämie von 1257,51 Euro für Haftpflicht- und Vollkasko zugleich das zweitgünstigste Angebot. Im Produktrating erreicht dieser Tarif die Höchstwertung von 100 Punkten. Auf dem zweiten Platz folgt ebenfalls Cosmos Direkt, diesmal mit dem Tarif „Comfort“. Der Unterschied: Hier kann der Versicherte die Werkstatt frei wählen. Mit 1349,62 Euro im Jahr ist dieser Tarif für den Musterfall entsprechend etwas teurer.1,79MillionenMenschen legten 2024 in Deutschland die praktische Führerscheinprüfung ab. Quelle: Tüv-VerbandZusatzleistungen individuell vereinbaren„Durch Zusatzleistungen, die je nach Sicherheitsbedürfnis vereinbart werden können, lässt sich der Tarif individuell anpassen“, sagt Thomas Niemöller, zuständiges Vorstandsmitglied der Europa Versicherung. Ihr Tarif „EUROPA Komfort-Tarif mit Spar-Kasko“ erhält die Gesamtnote „sehr gut“ und die Bestnote im Produktrating.Bei diesem Tarif können Fahranfänger zudem Schadenfreiheitsrabatte von Großeltern, Enkeln oder Geschwistern übernehmen. Auch die Teilnahme am Programm „Begleitetes Fahren ab 17“ führt zu günstigeren Versicherungsprämien für Einsteiger, erklärt Niemöller. Im Musterfall kostet der Tarif für Haftpflicht und Vollkasko 1522,04 Euro.Ebenfalls zur Spitzengruppe zählt die Huk-Coburg samt ihrem Direktversicherer Huk24 mit dem Tarif „Classic Select Kasko Plus“. Dieser Tarif setzt auf Werkstattbindung: Versicherte müssen Schäden in einer der Vertragswerkstätten des Unternehmens reparieren lassen. Verwandte Themen Europa Methodik Bewertet wurde der Versicherungsschutz für eine 19-jährige, ledige, angestellte Person ohne Kinder. Versichert ist ein Fiat 500 (1.0 GSE Hybrid) mit einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern. Der Tarif umfasst eine Kfz-Haftpflicht mit mindestens 50 Millionen Euro Deckung für Sach- und Vermögensschäden sowie acht Millionen Euro für Personenschäden. Zusätzlich besteht ein Vollkaskoschutz mit 500 Euro Selbstbeteiligung pro Schadenfall.Die Gesamtnote setzt sich zu 70 Prozent aus der Tarifqualität und zu 30 Prozent aus dem Preis zusammen. Die Qualität basiert auf dem Rating: Die Bestnote „FFF+“ steht für hervorragenden Schutz.Laut Versicherung ermöglicht die Werkstattbindung einen generellen Rabatt von bis zu 20 Prozent – davon profitieren besonders Fahranfänger, die so ihre Prämien reduzieren können. Im Musterfall kostet der Tarif für Haftpflicht und Vollkasko bei der Huk24 1642,96 Euro, bei der Huk-Coburg 1777,74 Euro.„Wer sich für Telematik Plus entscheidet, kann in der Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung bis zu 30 Prozent Beitrag sparen“, erklärt eine Sprecherin der Huk-Coburg. Dabei wird die Fahrweise des Fahranfängers über einen Sensor oder eine App aufgezeichnet. Die Tarife bleiben in Bewegung. „Gerade Fahranfängern raten wir dazu, den Kfz-Versicherungsvertrag jedes Jahr zu überprüfen“, sagt Bianka Bobell vom Bund der Versicherten.Neben neuen Leistungsmerkmalen und der Prämienhöhe lohnt sich dabei besonders für junge Fahrer ein Blick darauf, „ob etwa der Fahrerkreis, die jährliche Kilometerleistung oder der nächtliche Abstellort korrekt angegeben sind“. Denn beim ersten Auto lässt sich oft nur schwer einschätzen, wie viele Kilometer tatsächlich zusammenkommen.
Ranking 2025: Das sind die besten Kfz-Versicherungen für Fahranfänger
Junge Fahrer zahlen in der Regel deutlich höhere Kfz-Versicherungsbeiträge als erfahrene Autofahrer. Wie sie trotzdem sparen können und welche Anbieter im Test überzeugen.









