PfadnavigationHomePolitikAuslandIsrael„Möglicherweise schlimmster Anschlag“, sagt Netanjahu über geleaktes Video aus MilitärlagerVeröffentlicht am 03.11.2025Lesedauer: 2 MinutenIsraelische Soldaten am Tor des Militärstützpunkts Sde TeimanQuelle: Tsafrir Abayov/AP/dpaDie Affäre um ein geleaktes Video aus dem Militärlager Sde Teiman in Israel zieht weiter Kreise. Zu sehen sein soll die Misshandlung eines palästinensischen Gefangenen. Medienberichten zufolge wurde Israels bisherige oberste Militäranwältin festgenommen.Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht in der Veröffentlichung eines Videos aus dem berüchtigten Gefängnis Sde Teiman den „möglicherweise schlimmsten Anschlag“ auf Israels Image seit der Staatsgründung. Das Video soll die Misshandlung eines palästinensischen Gefangenen zeigen. Israels bisherige oberste Militäranwältin, Jifat Tomer-Jeruschalmi, ist im Zusammenhang mit der Affäre um das geleakte Video Medienberichten zufolge von der Polizei festgenommen worden. Tomer-Jeruschalmi werde Behinderung des Ermittlungsverfahrens vorgeworfen, meldeten israelische Medien. Sie hatte am Freitag ein Rücktrittsschreiben eingereicht, in dem sie Berichten zufolge die Verantwortung für das Weiterleiten des Videos übernommen haben soll.Lesen Sie auchDemnach soll sie der Veröffentlichung des Clips zugestimmt haben, weil sie „der falschen Propaganda gegen die Militärjustizbehörde entgegentreten“ wollte. Wie israelische Medien in der Nacht weiter berichteten, sei auch der ehemalige Chefankläger des Militärs von der Polizei in Gewahrsam genommen. Auch er stehe im Verdacht der Strafvereitelung. Die Polizei hatte Ermittlungen eingeleitet, um zu klären, ob Mitarbeiter der Militärstaatsanwaltschaft an der Veröffentlichung des Videos beteiligt waren. Netanjahu sagte, eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe sei notwendig. Die Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen die schwere Misshandlung eines Terroristen der islamistischen Hamas durch Soldaten zeigen. Fünf Reservisten sind deshalb im Februar angeklagt worden. Nach Medienberichten wurde er so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Dies ist aber nicht eindeutig sichtbar, weil die Soldaten mit Schutzschilden eine Art Mauer bilden. Medien zufolge musste der Mann im Krankenhaus behandelt werden. Vorwürfe, der Gefangene sei auch sexuell missbraucht worden, wurden von den Anwälten scharf zurückgewiesen. Amnesty International macht Israel schwere VorwürfeIn dem Gefangenenlager Sde Teiman wurden auch Kämpfer einer Hamas-Eliteeinheit festgehalten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte Israel vorgeworfen, palästinensische Gefangene aus dem Gaza-Streifen dort zu misshandeln und zu foltern. Lesen Sie auchMehrere der wegen Misshandlung des Palästinensers Angeklagten traten derweil in schwarzer Kleidung und vermummt vor Journalisten. Einer von ihnen beklagte, sie seien nach Veröffentlichung des Videos vor ein „Standgericht“ gestellt und vorverurteilt worden. Einer der Anwälte bekräftigte die Forderung nach Aufhebung der Anklagen, weil der Prozess „verschmutzt“ gewesen sei. Ein Kommentator der linksliberalen Zeitung „Haaretz“ schrieb, es sei davon auszugehen, dass Mitglieder des engsten Kreises um Netanjahu die Affäre für einen Angriff auf das ihnen unliebsame Justizsystem in Israel instrumentalisieren könnten. Damit könnten sie vor einer Parlamentswahl im kommenden Jahr die Wählerschaft hinter sich vereinen, Druck auf Richter und Staatsanwälte im Korruptionsprozess gegen Netanjahu ausüben und Versuche stärken, auch die ihnen lästige Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara loszuwerden, schrieb er.dpa/cvb/dp