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KI: Und plötzlich werden auch Führungskräfte ersetzbar Gute Algorithmen beherrschen selbst die Königsdisziplin von Topmanagern. Das reizt Unternehmen zu radikalen Sparmaßnahmen an. Eine Kombination von zwei Kompetenzen dürfte überleben.
Milena Merten, Franziska Telser, Claudia Obmann und Christof Kerkmann 27.10.2025 - 15:31 Uhr Artikel anhörenFoto: Thomas KuhlenbeckDie Managerrolle verändert sich durch Künstliche Intelligenz. Einige Führungskräfte fühlen sich durch KI bedroht, andere Unternehmen sehen sie als Chance. Eine exklusive Umfrage für das Handelsblatt zeigt, wie Führungskräfte KI im Berufsalltag einsetzen und welche Bedenken sie bei der Nutzung haben.Laut Experten bleiben nur die besten Führungskräfte unersetzlich. Aber was brauchen Chefs, um nicht überflüssig zu werden? Vor allem auf drei Fähigkeiten wird es in Zukunft ankommen.Wie KI-Anwendungen Führungskräften den Alltag erleichtern können, erfahren Sie hier.Düsseldorf. Wenn Bill McDermott wissen will, wie es in seinem Unternehmen Service Now gerade läuft, nimmt er das Smartphone aus der Hosentasche und spricht hinein: „Wie läuft es in diesem Quartal? Wo stehen wir gerade?“ Die Künstliche Intelligenz (KI), die auf alle Unternehmensdaten in Echtzeit zugreifen kann, gibt ihm umgehend einen detaillierten Überblick.Diese Unterhaltungen mit seinem KI-Bot geben dem früheren SAP-Vorstandsvorsitzenden Sicherheit. „Ich habe immer das Gefühl, dass ich genau weiß, was vor sich geht“, sagt er bei einem Treffen in einem Hotel in Frankfurt am Main.McDermott führte neun Jahre lang den deutschen Softwareriesen SAP, ehe er 2019 zum US-Clouddienstleister Service Now mit Sitz in Santa Clara wechselte. Für McDermott ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz Management-Tool und zugleich Marketing: Service Now vermarktet eine Plattform für die Optimierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen, inklusive eines „AI Control Tower“, mit dem Kunden autonome Agenten orchestrieren können. Mehr als ein Dutzend Mal erwähnt der Manager das Produkt im Gespräch mit dem Handelsblatt. Er galt schon bei SAP als Vertriebsprofi.McDermott zählt also zu denjenigen, die vom Hype um KI profitieren. Und die eine klare Vision davon haben, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine entwickeln wird: „Eine der Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, ist, dass Unternehmen mit weniger Hierarchieebenen gut geführt werden können.“ Heißt im Klartext: Wenn es nach ihm geht, braucht die Welt künftig weniger Managerinnen und Manager.Bill McDermott: Der Ex-Vorstandsvorsitzende von SAP glaubt, dass wegen KI künftig weniger Führungskräfte gebraucht werden. Foto: ServiceNowMit dieser Einschätzung steht McDermott nicht alleine da. Bereits jetzt kann KI zahlreiche Aufgaben übernehmen, die Führungskräfte einst viel Zeit gekostet haben. Wie weit das geht, zeigt der Job-Futuromat, ein Online-Tool des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).Es berechnet, wie viel Prozent der Aufgaben eines Jobprofils von einem Algorithmus übernommen werden können. Das Ergebnis bei Führungskräften: 67 Prozent. Ressourcenplanung, Kalkulation, Kostenkontrolle und Organisation – all das lässt sich weitgehend automatisieren.Besonders betroffen ist das mittlere Management. Hier werden ständig Reiseanträge genehmigt, Urlaubspläne für die Ferienzeit ausjongliert und Kostenstellen überwacht, hier gibt es viele administrative Aufgaben.Exceltabellen und Berichte erstellen, Prozesse steuern, Fragen beantworten: „Wer sich nur damit beschäftigt, wird so nicht mehr gebraucht“, sagt Britta Mattes, Leiterin der IAB-Forschungsgruppe „Berufe in der Transformation“. Sie hat den Futuromat entwickelt.Aber auch weiter oben in der Geschäftsführung kann KI eine Vielzahl an Aufgaben übernehmen. Hier liegt der Automatisierungsgrad laut dem Futuromat immer noch bei 55 Prozent.Und ganz oben in der Hierarchie, in der Welt der Bill McDermotts, der Vorstände und CEOs? Hier wähnte man sich bislang sicher vor den Auswirkungen der KI, mehr noch: Sie wurde als Chance gesehen, endlich das eigene Mittelmanagement auszudünnen.Das wird von der Unternehmensspitze nämlich oft als Teil des Problems gesehen und nicht der Lösung: teuer, ineffizient und mehr am Wohlergehen des eigenen Bereichs interessiert als an dem des Gesamtunternehmens.Künstliche Intelligenz Wie Manager mit KI Zeit sparen und zu besseren Chefs werden Doch auch der Glaube des Topmanagements an die eigene Unersetzlichkeit könnte verfehlt sein. Denn immer häufiger kann die KI auch Aufgaben übernehmen, die bislang den Etagen mit den hochflorigen Teppichböden vorbehalten waren.Entscheidungen lassen sich mit KI-Hilfe nicht nur effizienter vorbereiten und schneller treffen, sondern manchmal sogar ganz an die Maschine delegieren. Selbst die Strategieentwicklung, einst Königsdisziplin des Topmanagements, können schlaue Algorithmen inzwischen größtenteils übernehmen.Sind also Führungskräfte längst nicht mehr so unersetzlich, wie sie bisher glaubten, und zwar auf allen Ebenen? Erleben wir womöglich gerade den Anfang vom Ende der Manager und Managerinnen? Was bleibt von Führung, wenn KI immer mehr Managementaufgaben und sogar Entscheidungen übernehmen kann? Und welche zusätzlichen Kompetenzen sollten Führungskräfte jetzt erwerben, um nicht demnächst durch einen Softwarecode ersetzt zu werden? Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! 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