Außerdem geht es in der Folge um die Frage, wie Krankenhäuser bewertet werden und worauf Patienten oder Patientinnen bei der Auswahl achten können. Hier könnt Ihr die Folge direkt hören: Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:Seit Jahrzehnten wird sie angekündigt – doch auf dem Markt ist sie bis heute nicht zu finden: die Pille für den Mann. Dabei wäre das Interesse groß. Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur würden 70 Prozent der Menschen in Deutschland eine solche Verhütungsmethode befürworten. Doch woran liegt es, dass neue Verhütungsmittel für den Mann seit Jahren auf sich warten lassen? In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ erklärt der Androloge und Sexualmediziner am Zentrum für Reproduktionsmedizin in Münster Prof. Michael Zitzman, wie weit die Forschung tatsächlich ist – von hormonellen Ansätzen bis hin zu neuen, völlig hormonfreien Methoden.Wenige OptionenDerzeit stehen Männern nur zwei sichere Methoden zur Verfügung: das Kondom und die Vasektomie. Das Kondom schützt zuverlässig, ist aber dennoch fehleranfällig und wird oft als störend empfunden. Die Vasektomie hingegen ist ein ambulanter Eingriff, bei dem die Samenleiter durchtrennt werden – sie gilt als dauerhaft.Gleiche Wirkung, andere MaßstäbeIm Prinzip funktioniert hormonelle Verhütung beim Mann ähnlich wie bei der Frau. Präparate mit Testosteron und einem Gestagen hemmen die Ausschüttung von LH und FSH – Hormonen, die die Spermienproduktion in den Hoden steuern. Die Folge: Es werden keine Spermien mehr gebildet, der Testosteronspiegel bleibt durch das Präparat aber stabil.Klinische Studien zeigten, dass diese Methoden zuverlässig verhindern, dass eine Schwangerschaft entsteht. Trotzdem kamen sie nie auf den Markt – vor allem wegen Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen oder Gewichtszunahme.Während Frauen solche Effekte bei der Antibabypille seit Jahrzehnten in Kauf nehmen, gelten für Männer strengere Maßstäbe. Neue Medikamente, die gesunde Menschen einnehmen sollen, müssen heute nahezu nebenwirkungsfrei sein. Diese hohen Anforderungen haben die Entwicklung immer wieder gebremst.Neue Wege – hormonell und hormonfreiGanz aufgegeben wurde die Forschung jedoch nicht. Derzeit wird ein hormonelles Gel getestet, das Testosteron und Gestagen kombiniert. Es wird täglich aufgetragen und soll die Spermienproduktion zuverlässig blockieren – bei bislang geringeren Nebenwirkungen als frühere Präparate. Das Gel befindet sich in der sogenannten Phase-2b-Studie und könnte, falls alles gut läuft, in einigen Jahren auf den Markt kommen.Parallel entstehen hormonfreie Ansätze. Eine Pille mit dem Namen YCT-529 blockiert Rezeptoren, die für die Wirkung von Vitamin A wichtig sind – ein Stoff, den die Spermienbildung braucht. Bei Mäusen funktioniert das, doch bei Menschen sind mögliche Nebenwirkungen noch unklar, da Vitamin A für viele Körperfunktionen essenziell ist. Ein anderer Ansatz setzt auf kurzfristige Wirkung: Durch das Hemmen bestimmter Kanäle im Sperma sollen Spermien für wenige Tage unbeweglich werden.Fachleute halten es für realistisch, dass in fünf bis zehn Jahren eine neue Methode zur Verfügung steht – vorausgesetzt, laufende Studien verlaufen erfolgreich und die Entwicklung wird weiter finanziert. Der lange Weg zur männlichen Verhütung zeigt, wie stark gesellschaftliche und ethische Erwartungen medizinischen Fortschritt beeinflussen können.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.
Die ewige Suche nach neuen Verhütungsmitteln für den Mann: Wo stehen wir? - Podcast - WELT
Seit Jahrzehnten hört man immer wieder von neuen Ideen zur männlichen Verhütung. Und trotzdem hat es bis heute davon keine auf den Markt geschafft. Warum und wie weit die Forschung ist, erklärt ein Reproduktionsmediziner.






