PfadnavigationHomePodcastsAha!Wissenschafts-PodcastDie Anti-Baby-Pille und das Gehirn: Was wir bisher wissen – und was nichtVeröffentlicht am 16.09.2025Lesedauer: 3 MinutenImmer weniger junge Frauen greifen zur Pille. Doch wie berechtigt ist ihr schlechtes Image? Neurowissenschaftlerinnen untersuchen, wie die Pille das Gehirn beeinflusst – und warum manche Frauen Nebenwirkungen entwickeln, andere nicht. Eine Gynäkologin erklärt Chancen und Risiken.Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:Lange galt die Anti-Baby-Pille als die beliebteste Verhütungsmethode in Deutschland. Doch seit 2023 hat das Kondom die Spitzenposition übernommen. Besonders junge Frauen verhüten immer seltener mit der Pille. Die Gründe sind vielfältig: Kritische Diskussionen über Nebenwirkungen, von Thrombosen bis zu psychischen Veränderungen, werden zunehmend lauter. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was die Pille eigentlich im Gehirn bewirkt.In dieser Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ erklärt die Gynäkologin Dr. Christine Adler, welche Vorteile und Risiken die Pille hat – und warum die Entscheidung immer individuell getroffen werden sollte. Genau hier knüpfen die Neurowissenschaftlerinnen Carina Heller (University of Minnesota) und Dr. Belinda Pletzer (Universität Salzburg) an. Sie untersuchen, wie sich die Pille auf das weibliche Gehirn auswirkt. Erste Ergebnisse besprechen sie im Podcast. Wie die Pille wirktDie Pille verhindert den Eisprung, verändert die Gebärmutterschleimhaut und verdickt den Zervix-Schleim. Sie sorgt durch synthetische Hormone für einen konstanten Hormonspiegel und schützt so zuverlässig vor einer Schwangerschaft. Neben der Verhütung bringt sie aber auch Vorteile mit sich: Sie kann Regelbeschwerden lindern, unreine Haut verbessern, zyklusabhängige Migräne mildern und sogar das Risiko bestimmter Krebsarten senken.Gleichzeitig sind die Risiken nicht zu vernachlässigen. Die Einnahme kombinierter Östrogenpräparate erhöht das Thromboserisiko leicht – von einem Basisrisiko von zwei Thrombosen pro 10.000 Frauenjahre auf fünf bis zwölf pro 10.000 Frauenjahre. Psychische Veränderungen wie Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen treten ebenfalls bei einigen Frauen auf, besonders bei jungen Anwenderinnen. Fachleute betonen, dass die Entscheidung für oder gegen eine Pille individuell und gut informiert erfolgen sollte, unter Abwägung von Vorteilen und Risiken.Die Pille im Blick der NeurowissenschaftenBisherige Forschung zur Wirkung der Pille auf das Gehirn ist lückenhaft. Zwei Neurowissenschaftlerinnen gehen dem Thema systematisch nach: Eine von ihnen untersuchte im Selbstexperiment über mehrere Monate hinweg ihr eigenes Gehirn mit MRT-Aufnahmen während des natürlichen Zyklus, unter Pilleneinnahme und danach. Dabei zeigte sich, dass das Gehirnvolumen unter Pilleneinnahme im Mittel leicht geringer war, sich nach Absetzen der Pille jedoch wieder normalisierte. Die Veränderungen wirken adaptiv und reversibel – ähnlich wie bei der Schwangerschaft, die ebenfalls das Gehirn reorganisiert.Die zweite Studie untersucht derzeit im größeren Maßstab, wie verschiedene hormonelle Verhütungsmittel auf das Gehirn wirken. Dabei werden nicht nur Strukturen und Aktivitätsmuster, sondern auch die Vernetzung von Gehirnregionen analysiert, die für Stimmung, Kognition und psychische Stabilität entscheidend sind. Ziel ist es, besser zu verstehen, warum manche Frauen Nebenwirkungen entwickeln und andere nicht – und letztlich, wie die Verhütungsmittel individuell abgestimmt werden können.Die Forschung steckt noch in den Anfängen, liefert aber erste Hinweise darauf, dass hormonelle Verhütungsmittel das Gehirn verändern können – allerdings in einem anpassungsfähigen und reversiblen Rahmen.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.