PfadnavigationHomeSonderthemenReiseland DubaiFantasiewelt unter WasserDeep Dive Dubai: Billard mit Flossen und TaucherbrilleVeröffentlicht am 18.10.2025Lesedauer: 4 MinutenPool-Billard im wörtlichen Sinn: WELT-Autorin Natascha Plankermann mit Queue am grünen TischQuelle: Natascha PlankermannDas mit 60 Metern tiefste Indoor-Becken der Welt, gefüllt mit 14 Millionen Litern Süßwasser: Deep Dive Dubai gibt sich selbstbewusst mit Superlativen. Aber wie sieht’s unter Wasser aus? Unsere Autorin hat sich im Tauchgang aufgemacht in eine ganze eigene WeltTauchen ist Teil der DNA der Einwohner von Dubai und ihrer Nachbarn. Gingen doch ihre Vorfahren schon vor 7000 Jahren Tag für Tag unter Wasser, um die Perlen zu finden, die ihnen ihren Lebensunterhalt sicherten. Seit in den 1950er-Jahren die Bodenschätze auf der arabischen Halbinsel entdeckt wurden, ist das zum Zeitvertreib geworden – und glücklicherweise lange nicht mehr so gefährlich wie damals, als man sich noch ohne Atemgerät unter Wasser wagte.Wer bei Deep Dive Dubai vorfährt, denkt indes an die ursprüngliche Einnahmequelle des Emirats: Die Architektur des Gebäudes, das den tiefsten Pool der Welt beherbergt, erinnert an eine sich öffnende Muschel. Es ist umgeben von terrassenförmig angeordneten Kunstfelsen, über die das Wasser rauscht.Dieses Geräusch begleitet die Besucher, die mit Badekleidung in der Tasche an einer langen Empfangstheke erst ihre Tauchlizenz nachweisen und dann eine Verzichtserklärung ausfüllen müssen. Dass man keine ernsthaften Erkrankungen habe, muss man versichern. Und vieles andere mehr, vor allem aber, dass im Fall eines Tauchunfalls das Dubai Deep Dive nicht verklagt wird. Dann gilt es, einen Notfallkontakt anzugeben. Der sei aber noch nie notwendig geworden, sagt die Rezeptionistin. Das mulmige Gefühl in der Magengrube, das nichtsdestotrotz in diesem Moment entsteht, legt sich langsam auf dem Weg zum Tauchshop. Blick für die perfekte AusrüstungDort wartet Instructor Ericson und taxiert mit Kennerblick die Figur, um die richtige Ausrüstung herauszusuchen. Und die ist „State of the Art“, kaum zu vergleichen mit derjenigen, die einem schon mal bei irgendeinem Bootstrip verpasst wird. Der Anzug sitzt angenehm leicht, weil mit Fleece gefüttert. Die Flossen und die Brille passen – letzteres merkt man daran, dass sie sich am Gesicht festsaugt. So ausgerüstet geht’s mit dem Aufzug nach oben in einen lang gestreckten Raum, der auf den ersten Blick einfach nur wie ein Schwimmbecken aussieht. Aber der Kontrollraum nebenan zeigt: Hier wird eine gigantische Unterwasserwelt überwacht. Eine Tür weiter blickt man auf eine Reihe von Sesseln – kein Ruhe-, sondern ein Therapieraum für diejenigen, die zu schnell aufgetaucht sind und unter der sogenannten Dekompressionskrankheit leiden: Sie müssen reinen Sauerstoff unter erhöhtem Druck atmen, damit die Stickstoffblasen in ihrem Körper verschwinden. „Wir haben bisher keinen behandelt, der bei uns getaucht ist – die kamen immer woanders her“, sagt Ericson. Das mulmige Gefühl will sich trotzdem schon wieder breitmachen.Lesen Sie auchAber der Wunsch, die Tiefe zu erfahren, überwiegt. Ericson befestigt die Sauerstoff-Flasche – nicht an einer Tarierweste, sondern an einer schlichten Konstruktion, die an kurze Schmetterlingsflügel erinnert. Den Schlauch zum Notfall-Mundstück hakt er, damit dieser nicht hinderlich wird – und zeigt, wie frei man seine Arme dadurch bewegen kann. Zu zweit klettern die Taucher auf den Sims am Rand des 60 Meter tiefen Beckens. Dort eröffnet sich auf einmal eine Unterwasseraussicht, als würde man von einem zwölfstöckigen Hochhaus herabschauen. Wer nicht schwindelfrei ist, muss sich schnell vergegenwärtigen, dass ihn das Wasser tragen wird.Nach ein paar auffrischenden Hinweisen für diejenigen, deren letzter Tauchgang einige Zeit her ist, geht es langsam runter. Und Etage für Etage weicht die Aufregung immer mehr der Freude über die Leichtigkeit, mit der man sich nun zu den unterschiedlichsten Orten bewegt. Auf den verschiedenen Vorsprüngen innerhalb des Beckens lockt immer neues zum Amüsieren. In einem Schwall von Blubberblasen kann man auf ein Motorrad und in ein Auto steigen oder Billard spielen. Der Queue ist aus schwerem Metall, damit er unter Wasser bleibt. Dort taucht man mit Ericson auch in Nebenräume zum Hauptschacht des Pools, findet einen Goldschatz (leider mit Kunststoffmünzen) und entdeckt eine Bibliothek, deren Plastikbücher („Anna Karenina“ von Tolstoi ist darunter) nicht aus den Regalen gezogen werden können.Ganz in die Tiefe dürfen nur ProfisWer seinem Spieltrieb unter Wasser freien Lauf lassen und sich dabei in Szene setzen möchte, der ist hier richtig. Ein Szenario wechselt sich mit dem nächsten ab. Besonders bizarr: Der Tisch mit Kaffeetassen und Torte, der direkt neben einem der Fenster steht, die in sich in die Außenwelt öffnen. Dort sieht man durch die Taucherbrille vollkommen normal angezogene Menschen sitzen und sich unterhalten. Fische gibt es allerdings nur auf Bildern, die in einem der Räume des Bassins an der Wand hängen. Lesen Sie auchEin unbeschwertes Gefühl macht sich breit, während man etagenweise tiefer schwebt und bis auf 18 Meter Ericson folgt, der alles filmt, was geschieht. Die 60 Meter ganz unten bleiben indes den Profis vorbehalten, die dort trainieren. Eine andere Welt, wie auch im Meer, von der Anfänger hier immerhin eine Ahnung bekommen. Diese Reise wurde unterstützt von Dubai Tourism. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.Natascha Plankermann
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Das mit 60 Metern tiefste Indoor-Becken der Welt, gefüllt mit 14 Millionen Litern Süßwasser: Deep Dive Dubai gibt sich selbstbewusst mit Superlativen. Aber wie sieht’s unter Wasser aus? Unsere Autorin hat sich im Tauchgang aufgemacht in eine ganze eigene Welt






