PfadnavigationHomePolitikAuslandFriedensgipfelDie Wahrheit über den brüderlichen Händedruck – das Wortgefecht zwischen Macron und TrumpVeröffentlicht am 14.10.2025Lesedauer: 3 MinutenBeim Gipfel in Scharm El-Scheich präsentiert sich Donald Trump als selbst ernannter Friedensstifter. Hinter der Show stecken aber vor allem vage Absichtserklärungen und symbolische Gesten, sagt WELT-Korrespondent Steffen Schwarzkopf.Die wenigen Minuten, die Donald Trump mit jedem Regierungschef für ein gemeinsames Foto hatte, nutzte der US-Präsident. Mal für schmeichelnden Small Talk, mal für eine ihm wichtige Message – wie Frankreichs Präsident Macron erfahren musste.Dass Donald Trump und Emmanuel Macron nicht die besten Freunde sind, ist hinreichend bekannt. Schon der Handschlag der beiden war während des Friedensgipfels in Ägypten ein besonderer. Angespannt, kräftig, ruckartig war er. Ein Machtspiel. Doch dann kam es in nur wenigen Sekunden zu einem kurzen Wortgefecht.Beinahe 30 Sekunden dauerte allein der Handschlag der beiden in Scharm El-Scheich. Die Kamera sah, wie beide um die Vorherrschaft rangen. Die Mikrofone hingegen waren ausgeschaltet. Die professionelle Lippenleserin Nicola Hickling aber übersetzte das Gespräch der beiden für den „US Mirror“. Sie berichtet von Drohungen und Anschuldigungen, die sich beide an den Kopf geworfen hätten. Dann einigten sie sich darauf, das Gespräch hinter verschlossenen Türen fortzusetzen.Lesen Sie auchDas hat Nicola Hickling „gehört“:„Schön, Sie zu sehen. Also haben Sie zugestimmt?“, fragte Trump Macron, als der zu ihm auf die Bühne kam. Macron wandte sich von der Kamera ab und antwortete: „Ist das ernst gemeint?“ Und Trump legte nach: „Okay, jetzt will ich wissen – warum haben Sie mich verletzt? Ich weiß es bereits. Ich schließe hier schließlich Frieden.“ Macron tippte mit dem Finger auf Trumps Hand und sagte: „Entschuldigung.“Die Spannungen der beiden gehen über Jahre zurück. Was einmal aussah wie eine Hassliebe, artete zuletzt in ausgelebtem Unbehagen aus. Macron war einer der ersten Regierungschefs, der die Staatlichkeit Palästinas anerkannte. Trump bezeichnete das als Belohnung für den Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober 2023. In Ägypten hatte Trump erfahren, dass Macron als erster Regierungsschef den Bestand dieses Friedens anzweifelte. „Lassen Sie uns das hinter verschlossenen Türen klären“Nach Macrons Entschuldigung schien Trump die Hand des Franzosen noch fester zu drücken. Macron sagte: „Lassen Sie uns das hinter verschlossenen Türen klären.“ Trump sagte: „Ich habe nur den anderen verletzt.“ Macron antwortete: „Ich verstehe. Wir werden ja sehen, was passiert.“ Trump sagte: „Wir sehen uns gleich.“Lesen Sie auchSpäter kam es zu einem weiteren Affront, nachdem sich die anwesenden Staatschefs hinter Trump auf der Bühne versammelt hatten. Einer allerdings fehlte auf dem Podium: Emmanuel Macron. Das blieb dem US-Präsidenten offenbar nicht verborgen.In seiner Rede dankte Trump anschließend unter anderem der EU, und richtete dann den Fokus auf Frankreich: „Danke Frankreich. Danke Emmanuel. Ich würde erwarten, dass Emmanuel irgendwo hinter mir steht. Wo ist er?“, fragt der US-Präsident spitzfindig. Als er ihn dann auf den Sitzen vor der Bühne erblickte, sagte Trump mit ironischem Unterton: „Ich kann es nicht glauben, dass Sie heute so zurückhaltend sind.“An dem Friedensgipfel in Ägypten nahmen zwanzig Staats- und Regierungschefs aus aller Welt teil, darunter Türkei, Spanien, Großbritannien, Italien, Norwegen, zahlreiche Vertreter des Nahen Ostens, sowie Vertreter der Vereinten Nationen und des Europäischen Rates. Auffällig war die Abwesenheit Israels und von Hamas-Vertretern beim Gipfel, was Macron zu der Bemerkung verleitete: „Ich bin noch immer besorgt, weil wir wissen, wie es bei terroristischen Gruppen läuft. Eine Terrorgruppe mit Tausenden Kämpfern, Tunneln und solcher Bewaffnung zerschlägt man nicht über Nacht.“Vom anschließenden Gespräch der beiden hinter verschlossenen Türen ist bislang nichts bekannt. Macron hatte kürzlich Trump mit einem Interview verärgert, dass er dem Fernsehsender BFMTV gab. Darin sagte Macron: „Es gibt nur eine Person, die etwas gegen den Krieg in Gaza tun kann, und das ist der US-Präsident. Der Grund, warum er mehr tun kann als wir, ist, dass wir keine Waffen liefern, die den Krieg in Gaza überhaupt ermöglichen. Wir liefern keine Ausrüstung, die einen Krieg erst möglich macht. Das tun die Vereinigten Staaten von Amerika.“
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Die wenigen Minuten, die Donald Trump mit jedem Regierungschef für ein gemeinsames Foto hatte, nutzte der US-Präsident. Mal für schmeichelnden Small Talk, mal für eine ihm wichtige Message – wie Frankreichs Präsident Macron erfahren musste.






