Folgt man den Worten von Horst Ott, dann prasseln die Hiobsbotschaften über die Menschen nur so herein. Ohne künstliche Intelligenz etwa und die Sorge vor Jobverlusten „vergeht keine Betriebsversammlung“, sagt der bayerische Bezirksleiter der Gewerkschaft IG Metall. Bei der E-Mobilität „laufen wir hinterher“. Und dann sei da diese Sozialstaatsdebatte, dass Arbeitsplätze sicherer würden, wenn Bürgergeldempfänger weniger Geld bekämen. „Keine Ahnung, wie man auf so was kommt“, sagt Ott. So etwas schüre nur Ängste.
Umso wichtiger wäre es aus Sicht von IG Metall und Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern, den Menschen Antworten auf ihre Ängste zu geben; ein Dialog mit der Politik, wie sich die Wirtschaftskrise im Land abfedern lässt. Das Problem: Der Dialog ist eher Monolog, jedenfalls laut Bayerns obersten Gewerkschaftern. Denn beim zuständigen Wirtschaftsminister sehe man „Showveranstaltungen“ und stoße „auf taube Ohren“.
Dass Hubert Aiwanger (FW) bei Problemen Briefe nach Berlin schreibe, reiche nicht aus, sagt der DGB-Vorsitzende Bernhard Stiedl. „Ich erwarte eine eigene Idee und eine eigene Vorstellung, wo es mit der bayerischen Wirtschaft hingehen soll.“ Und: Bayern sei immer stolz gewesen auf den Wandel vom Agrar- zum Industrieland. Jetzt bestehe die Gefahr, wieder zum Agrarland zu werden. „Sie kennen die Historie vom Herrn Aiwanger“, sagt Stiedl, eine Anspielung auf dessen Herkunft vom Bauernhof. „Vielleicht ist er dem nicht so abgeneigt.“






