Eines der beiden Todesopfer bei dem Terrorangriff auf eine Synagoge in Manchester ist wohl von der Kugel einer Polizeiwaffe getroffen worden. Der Angreifer habe keine Schusswaffe gehabt, teilte die Greater Manchester Police mit. Daher werde nach ersten Erkenntnissen davon ausgegangen, dass die Verletzung eine tragische und unbeabsichtigte Folge des Polizeieinsatzes gewesen sei.Auch einer der Verletzten, die im Krankenhaus behandelt werden, habe eine Schusswunde, die aber nicht lebensgefährlich sei, hieß es weiter. Beide sollen sich während des Angriffs hinter der Tür der Synagoge verschanzt haben.Bei dem Anschlag am Donnerstag, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, waren zwei Menschen getötet und mehrere schwer verletzt worden. Der Angreifer hatte nach Angaben der Polizei vor der Synagoge ein Auto in Menschen gesteuert und dann mit einem Messer zugestochen. Er soll zudem versucht haben, in das Gebäude zu gelangen. Der 35-jährige britische Mann syrischer Abstammung wurde von der Polizei erschossen. Bei den Getöteten handelt es sich um Mitglieder der jüdischen Gemeinde, zwei Männer im Alter von 53 und 66 Jahren.Großbritannien:Tödlicher Angriff vor SynagogeTerror an Jom Kippur: In Manchester ist ein Mann mit einem Auto in eine Menschengruppe an einer Synagoge gefahren. Anschließend hat er auf Umstehende eingestochen. Drei Menschen starben, darunter der mutmaßliche Täter.Der Anschlag hat die Debatte über die Sicherheit von Juden in Europa erneut angefacht. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer zeigte sich am Abend besorgt. „Wir müssen es klar benennen, es ist ein Hass, der wieder aufflammt, und Großbritannien muss ihn erneut besiegen“, sagte der Labour-Politiker nach einer Sitzung des nationalen Krisenstabs.Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog sagte, in Großbritannien und weiteren Ländern hätten „Fälle von gewalttätigem Antisemitismus ein beispielloses Ausmaß erreicht“. Er legte einen Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg nahe – und betonte: „Die freie Welt kann und darf nicht zulassen, dass der Konflikt zu einem politischen Instrument gegen das jüdische Volk wird.“ Den Opfern sprach er sein Beileid aus.