PfadnavigationHomePanoramaBill Burr„Die Royals haben die Show geliebt“ – Comedian verteidigt Auftritt in Saudi-ArabienVon Dominik LippeRedakteur Nachrichten und GesellschaftVeröffentlicht am 03.10.2025Lesedauer: 4 MinutenBill Burr bei der Broadway-Premiere von „Glengarry Glen Ross“Quelle: picture alliance/Sipa USA/Lev RadinNach seinem kritisierten Auftritt auf einem Comedy-Festival in Saudi-Arabien hat sich US-Komiker Bill Burr verteidigt. Es sei einer der besten Erfahrungen seines Lebens gewesen. Einzige Auflage? Keine Witze „über Royals oder Religion“. Eine Kollegin von ihm gibt detaillierte Vertragseinblicke.Der US-Komiker Bill Burr hat seinen Auftritt bei der umstrittenen Comedy-Veranstaltung „Riyadh Comedy Festival“ in der saudi-arabischen Hauptstadt verteidigt. Im „Monday Morning Podcast“ bezeichnet er seinen Auftritt als „eine der drei besten Erfahrungen“, die er jemals gemacht habe. „Die Royals haben die Show geliebt. Alle waren fröhlich. Die Festivalorganisatoren waren begeistert.“Zugleich gesteht sich Burr ein, „verdammt nervös“ gewesen zu sein, im Nahen Osten aufzutreten. „Stand-up ist neu für diesen Teil der Welt. Wenn man dorthin geht, gibt es immer verdammte Einschränkungen“, beschreibt er. Den Organisatoren sei gesagt worden, „wenn ihr gute Comedians haben wollt, wird das so nicht funktionieren“, schildert er. „Na gut, was müssen wir tun?“, hätten sie daraufhin gefragt. „Und sie handelten alles bis auf ein paar Punkte herunter: Man darf sich nicht über Royals oder Religion lustig machen.“Vom Publikum zeigte sich der Comedian begeistert. „Ich musste während der Show ein paar Mal innehalten und sagen: ‚Ich bin ehrlich zu euch, ich kann einfach nicht glauben, dass irgendjemand von euch auch nur die geringste Ahnung hat, wer ich bin.‘“, sagte er. „Die Menschen sind cool. Das Problem sind die Regierungen.“ Die Zuschauer wollten „einfach nur lachen – und das haben sie auch getan.“Lesen Sie auchBeim „Riyadh Comedy Festival“ treten vom 26. September bis 9. Oktober 50 Comedians auf, darunter namhafte Stars der Szene wie Kevin Hart, Dave Chappelle, Pete Davidson, Louis C.K. und Whitney Cummings. Aufgrund der Menschenrechtsverletzungen in der vorderasiatischen Monarchie sowie der eingeschränkten Pressefreiheit erfuhr die Teilnahme der Künstler eine Welle der Kritik. Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ beanstandete etwa „ein hartes Vorgehen gegen die freie Meinungsäußerung, die viele dieser Komiker verteidigen, den Menschen in Saudi-Arabien jedoch völlig verwehrt“ werde.Neben der NGO hatten sich auch US-Kollegen der auftretenden Künstler wie Bill Maher oder Shane Gillis in die Debatte eingeschaltet. Zuletzt hatte sich Schauspieler David Cross („Men in Black“) mit heftiger Kritik zu Wort gemeldet. „Ich bin angewidert und zutiefst enttäuscht von dieser ganzen widerlichen Sache“, schreibt er auf seiner Homepage. „Wir können nie wieder etwas ernst nehmen, worüber sich diese Komiker beschweren. Es sei denn, sie beschweren sich darüber, dass wir hier in den Staaten nicht genug Folter und Massenhinrichtungen von Journalisten und LGBTQ-Friedensaktivisten unterstützen.“Lesen Sie auch„Ich verstehe nicht, wie Reichtum jemanden zu einer solchen Hure machen kann“, beanstandet er im Folgenden mit drastischen Worten. Ihm selbst sei kein Angebot für einen Auftritt unterbreitet worden, doch es gebe für ihn auch nicht genügend Geld „um diesen verdorbenen, schrecklichen Menschen zu helfen, ihren Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein ‚lustiges Gesicht‘ zu geben.“Michael Kosta aus dem Team der Nachrichtensatire „The Daily Show“ zeigte auf Instagram gleichermaßen wenig Verständnis. „Das sind keine Komiker, die von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben. Alle haben einen vollen Terminkalender“, stellte er mit Blick auf das Line-up in Riad fest. „Jungs, sagt ‚Nein‘, ihr könnt ‚Nein‘ sagen. Und es sind meistens Männer, weil sie Frauen wahrscheinlich keine Comedy machen lassen. Das ist der erste Grund, warum man ‚Nein‘ sagen kann.“ Tatsächlich reihten sich unter die zumeist männlichen Künstler vereinzelt auch Comediennes wie Whitney Cummings ein.Die US-Komikerin Atsuko Okatsuka gab an, ein Angebot des Festivals ausgeschlagen zu haben. Dazu postete sie auf der Plattform X, welche Auflagen sie bei ihrem Auftritt hätte erfüllen müssen. So hätte sich die Künstlerin verpflichten müssen, „kein Material vorzubereiten oder aufzuführen“, dass „das Königreich Saudi-Arabien – einschließlich seiner Führung, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, seiner Kultur oder Bevölkerung – die saudische Königsfamilie, sein Rechtssystem oder seine Regierung sowie jegliche Religion, religiöse Tradition, religiöse Persönlichkeit oder religiöse Praxis“ diffamiere oder verächtlich mache.Lesen Sie auchIm Gegensatz zu Okatsuka hatte US-Comedian Dave Chappelle den Vertrag des „Riyadh Comedy Festival“ unterschrieben. Wie die „New York Times“ berichtet, nutzte er seinen Auftritt in Saudi-Arabien, um die Kritik an mangelnder Meinungsfreiheit an sein Heimatland zurückzugeben. „In Amerika heißt es derzeit, wenn man über Charlie Kirk spricht, wird man abgesetzt“, habe er in Anspielung auf den US-Aktivisten gesagt, der Mitte September getötet worden war. „Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber ich werde es herausfinden“, erklärte Chappelle. „Hier kann man leichter reden als in Amerika.“
Bill Burr: „Die Royals haben die Show geliebt“ – Comedian verteidigt Auftritt in Saudi-Arabien - WELT
Nach seinem kritisierten Auftritt auf einem Comedy-Festival in Saudi-Arabien hat sich US-Komiker Bill Burr verteidigt. Es sei einer der besten Erfahrungen seines Lebens gewesen. Einzige Auflage? Keine Witze „über Royals oder Religion“. Eine Kollegin von ihm gibt detaillierte Vertragseinblicke.













