München blamiert sich gerade als Gastgeberstadt und beschädigt dazu den Ruf als Veranstalterin von Großereignissen. Denn der Umgang mit der drohenden Massenpanik am vergangenen Samstag auf dem Oktoberfest wirkt bisher nicht nur höchst unprofessionell, sondern auch beschämend unempathisch. Dabei spielt nicht einmal eine Rolle, ob die Gefahrensituation in der Gasse zwischen den Festzelten auf eine Verkettung unglücklicher Umstände oder auf Probleme mit dem Sicherheitskonzept zurückzuführen ist.

Die Stadt lädt jedes Jahr zum größten Volksfest der Welt ein und ist zu Recht stolz darauf, den Besuchern ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. Diese Fähigkeit fußt auf einer jahrzehntelangen Erfahrung, wie man ein solches Ereignis möglichst perfekt organisiert. Doch seit am Samstag Menschen Todesangst hatten, weil sie 30 bis 40 Minuten oder mehr in einer Menge eingekeilt waren, ohne Informationen und Aussicht, bald wieder in Ruhe atmen zu können, machen sich Zweifel breit, ob die Stadt das Oktoberfest in Extremsituationen im Griff hat.

LiveOktoberfest 2025 - die zweite Woche

Nach Chaos vom Samstag: Politiker fordern Aufarbeitung im Stadtrat

Nach anfänglichen Versuchen zu beschwichtigen, schweigen die Verantwortlichen. Zwei Security-Mitarbeiter lassen Gäste gegen Geld ins Zelt und werden festgenommen.