FeuilletonKolumnenBrief aus IstanbulBrief aus Istanbul : Was bringt Erdoğan die Sittenwächterei?Von Bülent Mumay26.09.2025, 10:37Lesezeit: 5 Min.Von Beginn an versuchte der türkische Präsident, auch die Kulturszene zu beherrschen. Das gelingt ihm nicht. Jetzt werden Künstler wieder ins Gefängnis geworfen.„Eure politische Vorherrschaft ist zu Ende, auch eure kulturelle Vorherrschaft wird enden.“ Dieser Satz fiel 2018 wenige Wochen nach der Wahl Erdoğans zum ersten mit sultansgleichen Befugnissen ausgestatteten Staatspräsidenten im neuen System. Doch er fiel nicht im Siegesrausch der ersten Tage der von Erdoğan so genannten „neuen Türkei“. Vielmehr brachte er eines der Hauptziele von Erdoğans nunmehr seit bald 23 Jahren währender Herrschaft zum Ausdruck. Der Satz stammt von Fahrettin Altun, der bei Erdoğan sieben Jahre lang für Propaganda zuständig war. Das Palastregime demontierte sämtliche Institutionen der von Atatürk gegründeten „alten Türkei“, nun wollte es endlich auch in der Kultur die „Herrschaft“.

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