PfadnavigationHomeRegionalesHamburgFilmfestEin Magnet für Cineasten, ein Motor für die BrancheVeröffentlicht am 24.09.2025Lesedauer: 3 MinutenMalika Rabahallah, Leiterin des Filmfest Hamburg, vor WerbeplakatenQuelle: Bertold FabriciusLeiterin Malika Rabahallah erweitert das Kino-Programm beim Filmfest Hamburg, das am 25. September startet, und stärkt nach Berlinale-Vorbild die „Industry Days“ der Branche im Norden. Zur Eröffnung läuft Philippe Falardeaus Tragikömodie „Lovely Day“ am 25. September – nach dem Gang der Gäste über den roten Teppich vor dem Cinemaxx Dammtor.Das Filmfest Hamburg, traditionell das drittgrößte Publikumsfilmfest Deutschlands, wandelt auf den Spuren der Musikstadt und baut seine Programme massiv aus. Eine Woche nach dem Reeperbahn Festival, dem größten jährlichen Clubfestival und Treffen der Musikbranche in Deutschland, gibt es diesmal auch beim Filmfest erweiterte Programme für Publikum und Branche.„Tag des freien Eintritts“ am Tag der Deutschen EinheitUm die Schwelle für kulturelle Teilhabe weiterhin niedrig zu halten, wird es am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, beim Filmfest den „Tag des freien Eintritts“ geben, finanziert von der Kulturbehörde. 36 Filme sind dann in den Festivalkinos Abaton, Cinemaxx Dammtor, Metropolis, Passage Kino sowie Studio Kino und in „Filmfest ums Eck“-Kinos kostenlos. Tickets müssen vorab gebucht werden.Malika Rabahallah erweitert ihr Programm gern auch um neue Kinos. Zum ersten Mal dabei ist diesmal das Kinopolis Hafencity im Westfield-Quartier. Im Kern bleibt das Filmfest Hamburg eine Leistungsschau des Internationalen Kinos. Erneut ist unter den 118 Filmen aus 55 Ländern der Siegerfilm aus Cannes. Dort gewann der iranische Regisseur Jafar Panahi die Goldenen Palme für „Ein einfacher Unfall“. Besonders stark sind beim Filmfest Beiträge aus Deutschland und Frankreich vertreten. Rabahallah: „Frankreich ist traditionell ein starker Produktionsstandort. Das Land verfügt über ein stark ausgebautes Fördersystem mit unterschiedlichen Programmen, die sich speziell auf Koproduktionen konzentrieren.“ So ist Frankreich an allen acht Beiträgen in der Sektion „Veto!“ zum politischen Kino beteiligt, ergänzt um neun von zehn Filmen in der Sektion „Voilà“ zum frankophonen Kino. Eröffnet wird das Festival am 25. September mit „Lovely Day“ von Philippe Falardeau aus Québec. Fatih Akin unterbricht seine Dreharbeiten, um „Amrum“ vorzustellenDeutschland schließt nach Einschätzung der Filmfest-Leiterin als internationaler Koproduzent auf. Bei hiesigen Filmen stößt diesmal „Amrum“ nach der Biografie von Hark Bohm von Fatih Akin auf großes Interesse (siehe Beitrag oben). „Ich bin Fatih dankbar, dass er für das Filmfest Hamburg seine aktuellen Dreharbeiten unterbricht, um ‚Amrum‘ persönlich vorzustellen“, so Rabahallah. Neben Akin werden mehr als 200 internationale Gäste erwartet, darunter die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne, die mit dem Douglas-Sirk-Preis geehrt werden. Im Business-Bereich bleibt die Berlinale derweil das Maß der Dinge. Immerhin 350.000 Euro mehr fließen von der Moin Filmförderung diesmal unter anderem in die Stärkung der Industry Days beim Filmfest Hamburg. Rabahallah betont, wie wichtig die Initiative für den Standort ist: „Ich möchte auf jeden Fall, dass die Leute den Termin im Kopf haben: Ende September ist Filmfest Hamburg. Alle sind eingeladen, zu kommen, wegen der Filme, aber auch wegen der Industry.“ Wenn Hamburg als Plattform etabliert sei, ergäben sich daraus Chancen für den Dreh- und Produktionsstandort. Zwei etablierte Konferenzen erweitern die Industry DaysInhaltlich wird erweitert: „Es gibt zwei etablierte Konferenzen, die jetzt ans Filmfest andocken: Der International Film Distribution Summit (IFDS) bringt Verleiher Weltvertriebe zusammen. Und bei European Work in Progress (EWIS) stellen Produzenten 27 ausgewählte Filme anhand von Ausschnitten vor, um zusätzliche Finanzierungen zu aquirieren.“ Im Publikum säßen Leute, so Rabahallah, die für Festivals Beiträge auswählen, Verleiher, Produzenten. Beide Konferenzen ergänzen die Explorer Konferenz, die es beim Filmfest seit 2019 gibt.Auf der Explorer Konferenz stellen internationale Referenten am 2. Oktober aktuelle Entwicklungen in Technologie und Innovationen in der Produktion für Kino, Streaming und TV vor. Weitere Themen der Industry Days sind Finanzierungsfragen, Talentförderung, Nachhaltigkeitsthemen und die Einflüsse von Künstlicher Intelligenz.Filmfest Hamburg: 25. September bis 4. Oktober