PfadnavigationHomeSportAusstiegs-DrohungNeuer Streit um israelisches Rad-Team – Sponsor stellt radikale ForderungenVeröffentlicht am 26.09.2025Lesedauer: 3 MinutenPier-André Côté vom Team Israel Premier-Tech im Zeitfahren bei der Spanien-Rundfahrt – mit Israel-Schriftzug auf der Hose und Helm in LandesfarbenQuelle: picture alliance/ZUMAPRESS.com/Alberto GardinBei der Vuelta stand das Radsport-Team Israel Premier-Tech im Kreuzfeuer propalästinensischer Proteste. Nun kommt Gegenwehr aus den eigenen Reihen. Ein Sponsor will sich zurückziehen, sollten einschneidende Bedingungen nicht erfüllt werden.Der Druck auf Israel Premier-Tech wächst. Nach den massiven propalästinensischen Protesten bei der Vuelta Mitte September, die der Teilnahme des israelischen Radsport-Teams galten und zum vorzeitigen Abbruch auf der letzten Etappe führten, kommt nun Gegenwehr aus den eigenen Reihen. Sponsor Factor Bikes, der bislang die Räder der Fahrer stellt, hat angedroht, auszusteigen, sollten drastische Bedingungen nicht erfüllt werden. „Ich habe es dem Team bereits gesagt: Ohne Namensänderung, ohne Flaggenwechsel werden wir nicht weitermachen“, erklärte Rob Gitelis, Gründer der britischen Firma, im Interview mit dem Radsport-Portal „Cyclingnews“. Gitelis begründete diesen Schritt damit, dass es „zu kontrovers um unsere Marke geworden“ sei. „Meine Verantwortung gilt meinen Mitarbeitern und meinen Aktionären, ihnen maximalen Spielraum zu geben, um dieses Unternehmen zu vergrößern und profitabel zu machen. Wir können einfach keine zusätzlichen Konflikte oder Komplikationen mehr akzeptieren“, sagte Gitelis. Es gehe nicht darum, was er persönlich unterstütze. „Es gibt einfach ein gewisses Maß an Kontroversen, das wir uns in Bezug auf die Marke nicht leisten können“, erklärte Gitelis. Lesen Sie auchErst im Rahmen der Tour de France im Sommer hatten Israel Premier-Tech und die britische Radsport-Marke eine unbefristete Partnerschaft verkündet. Dabei habe es sich aber lediglich um eine mündliche Vereinbarung und nicht um einen unterschriebenen Vertrag gehandelt. „Seitdem haben sich die Dinge so zugespitzt, dass wir diese mündliche Vereinbarung nicht mehr einhalten können“, sagte Gitelis. 15. Oktober als Deadline für Israel Premier-TechBei Factor Bikes handelt es sich lediglich um den Radsponsor des Teams. Namensgebender Hauptsponsor ist der kanadische Verpackungsmaschinenhersteller Premier Tech. Dazu wird das Team auch noch von Sylvan Adams finanziert, der als Vertrauter des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu gilt. Seinen Sitz hat Israel Premier-Tech in Tel Aviv.Lesen Sie auchDas Team hat nun bis zum 15. Oktober Zeit zu überlegen, ob es auf die Forderungen von Factor Bikes eingeht und tatsächlich Namen und Flagge wechselt – oder sich einen neuen Radsponsor sucht. An diesem Tag endet die Registrierungsfrist des Weltradsportverbands UCI für die kommende Saison. Man befinde sich „derzeit in der Planungsphase für das Team-Branding 2026“, teilte das Team „Cyclingnews“ mit. Änderungen würden „zu gegebener Zeit bekannt gegeben“. Bei der Vuelta hatte das Team nach den chaotischen Protesten den Schriftzug „Israel“ von Trikots, anderen Team-Outfits und Fahrzeugen entfernt – „zur Sicherheit unserer Fahrer“, wie es in der Begründung hieß. Den Namen dauerhaft ändern wollte Co-Teambesitzer Adams aber noch nicht. Jetzt werde laut Bericht des Radsport-Portals aber tatsächlich genau das debattiert. Das Land könnte ganz aus dem Namen gestrichen werden und das Team nicht mehr unter der Flagge des Landes starten. Damit würde sich das Team dem Sponsor beugen. Es gibt gar Spekulation, dass Factor Bikes in den Namen des Teams aufgenommen wird – etwa als Factor-Premier Tech oder Premier Tech-Factor.Gitelis jedenfalls forderte Änderungen – und das zügig: „Die Registrierung der Teams und die Zusammenarbeit mit der UCI brauchen Zeit, aber ich denke, dass bald gehandelt werden muss. Wir sprechen hier von einem vollständigen Rebranding des Teams, falls es dazu kommen sollte. Das ist ein sehr bedeutendes Unterfangen, ebenso wie die Verlagerung der Fahrerverträge in ein anderes Land.“luwi