PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungAnfeindungen gegen TeamDer Radsport knickt vor einem antiisraelischen Mob ein – mehr als eine PanneVeröffentlicht am 08.10.2025Lesedauer: 4 MinutenPalästina-Fahnen überall: Israel Premier Tech-Fahrer Jake Stewart bei der Vuelta in SpanienQuelle: REUTERS/Juan MedinaDer aktivistische Mob hat gewonnen: Israel Premier Tech, das einzige professionelle israelische Rennradteam, muss sich umbenennen – und sich von seiner israelischen Identität lösen. Ein Skandal. Bemerkenswert ist, wer alles dazu schweigt.Israelhasser, Antisemiten und andere radikale Vertreter der propalästinensischen Melonen-Fraktion wollen den jüdischen Staat am liebsten von der Landkarte löschen. Im Radsport haben sie bereits Erfolg: Israel Premier Tech, das einzige professionelle israelische Rennradteam, kündigt an, sich umzubenennen und von seiner israelischen Identität zu lösen.Kurz sei an die Geschichte des Teams erinnert: 2014 gründeten der ehemalige israelische Rennradfahrer Ran Margaliot und der Geschäftsmann Ron Baron das Team, um den Radsport in Israel zu fördern. Ihre Vision: eines Tages mit einem israelischen Team bei den Grand Tours anzutreten. Die Unterstützung durch den israelisch-kanadischen Geschäftsmann Sylvan Adams, Noch-Eigentümer des Teams, machte diesen Traum wahr. 2020 startete Israel Premier Tech – damals Israel Start-Up Nation – bei der Tour de France. Schon zwei Jahre zuvor, 2018, hatte Adams den Start des Giro d’Italia nach Israel geholt. Jerusalem bis Rom – heute wäre das undenkbar.Wer in diesem Sommer Radsport geschaut hat, kam um den Nahost-Konflikt nicht herum. Immerzu schwenkten vermeintliche Radsportfans Palästina-Fahnen. Bei der der Spanienrundfahrt (23. August bis 14. September) eskalierten die Aktivisten ihren Protest zu offener Anfeindung gegen Israel Premier Tech. Sie stoppten die Fahrer; das Team erhielt Morddrohungen und verzichtete auf die Nennung Israels auf dem Radtrikot. Der mächtige Rennveranstalter ASO versuchte, das Team zum Rückzug von der Vuelta zu bewegen.Doch damit nicht genug: Das Finale in Madrid musste schließlich abgebrochen werden. In der Hauptstadt versammelten sich mehr als 100.000 Menschen, einige Israelhasser rissen die Absperrungen zur Strecke nieder. Protegiert wurde der Mob von Spaniens sozialistischem Premierminister Pedro Sanchez – übrigens gerne hofiert von der deutschen Sozialdemokratie –, der während des Radrennens einen Ausschluss des israelischen Teams forderte und den Demonstranten seine Bewunderung aussprach.Lesen Sie auchDer Radsport-Weltverband UCI stellte darauf die Fähigkeit Spaniens infrage, ein großes Rennen auszurichten; 2026 soll die Tour de France in Barcelona starten, da kämen neuerliche Rennunterbrechungen schlecht. Der Unmut vieler Fahrer, darunter auch Vuelta-Sieger Jonas Vingegaard, entzündete sich eher am Abbruch des Rennens und der trostlosen Siegerehrung auf einem Hotelparkplatz als an der antiisraelischen, ja auch antisemitischen Stimmung. So als wäre all das nur eine ärgerliche, organisatorische Panne.Von weiteren Rennen in diesem Herbst in Italien wurde Israel Premier Tech dann von den Veranstaltern ausgeladen, da die „Sicherheit nicht garantiert“ werden könnte. Doch das ist noch immer nicht genug: Der britische Fahrradsponsor Factor Bikes verlangte Mitte September eine Änderung des Team-Namens und drohte mit einem Ende der Zusammenarbeit. Geschäftsinteressen vor Haltung.Es ging stets um Israel als solches, nicht um die RegierungDie Abkehr von der israelischen Identität, der angekündigte Namenswechsel und der Rückzug des Eigentümers Adams sind nun die Folgen dieser Liste an Rückgratlosigkeit. „Im Sport erfordert Fortschritt oft Opfer, und dieser Schritt ist unerlässlich, um die Zukunft des Teams zu sichern“, schreibt das Team in einem Statement. Als israelisches gibt es also keine Zukunft mehr für dieses Team im Radsport.Lesen Sie auchDie UCI, die Rennveranstalter, die weiteren Teams, Fahrer, Sponsoren – niemand bekannte sich zur Selbstverständlichkeit, dass auch ein israelisches Team im Profiradsport an den Start gehen kann. Übrigens auch kein deutscher Fahrer und nicht das deutsche Team Red Bull-Bora-hansgrohe. Einmal mehr zeigt sich, wie bedeutungslos das Beschwören der besonderen Verantwortung Deutschlands für Israel für weite Teile des Landes ist. Pascal Ackermann, bisher Sprinter bei Israel Premier Tech, hat seinen am Ende des Jahres auflaufenden Vertrag nicht verlängert. Öffentlich geäußert zu den Anfeindungen hatte auch er sich nicht.Den Demonstranten und Kritikern ging es von Beginn an nicht um den Gaza-Krieg, um die Regierung Benjamin Netanjahu, zu der dem Eigentümer Adams ein gutes Verhältnis nachgesagt wird. Es ging um Israel als solches. 2023 kaufte sich die saudi-arabische Region Al-Ula bei einem australischen Team problemlos als Namenssponsor ein. Auch mit einem Engagement für Bahrain Victorious aus dem Scharia-Königreich haben viele Fahrer und Fans kein Problem. Und mit UAE Team Emirates um Superstar Tadej Pogačar dominieren die Vereinigten Arabischen Emirate völlig ohne Vorbehalte den Radsport. Nur für Israel ist dort kein Platz mehr. Bitter.
Israel und Gaza-Proteste: Der Radsport knickt vor einem antiisraelischen Mob ein – ein Skandal - WELT
Der aktivistische Mob hat gewonnen: Israel Premier Tech, das einzige professionelle israelische Rennradteam, muss sich umbenennen – und sich von seiner israelischen Identität lösen. Ein Skandal. Bemerkenswert ist, wer alles dazu schweigt.










