In der Slowakei wird wieder demonstriert. Nach einigen Monaten Ruhe – man könnte von einer Sommerpause sprechen – protestierten vergangene Woche erneut bis zu 30 000 Menschen im ganzen Land, vor allem aber in der Hauptstadt Bratislava gegen die Regierung. Dabei ging es diesmal nicht nur um den russlandfreundlichen Kurs von Ministerpräsident Robert Fico, sondern auch um Marmelade, Kekse und Geschichtspolitik. Schon an diesem Dienstag soll es weitere Demonstrationen geben.
Die Regierung will die Staatseinnahmen erhöhen und hat dazu ein weiteres Konsolidierungspaket beschlossen. Drei Feiertage wurden gestrichen, darunter der 17. November. An diesem wird an die Sanfte Revolution erinnert, mit der 1989 das kommunistische Regime der ČSSR beendet wurde. Das Andenken an diese friedliche Revolution genießt hohen Stellenwert, zu Ficos größten Kritikern gehören auch die Dissidenten von damals. Die Oppositionsparteien wollen am 17. November zum Generalstreik aufrufen. Die Universität Bratislava gibt an diesem Tag den Studenten frei.
Für die allermeisten Menschen bedeuten die Sparmaßnahmen der Regierung: Alles wird noch teurer. Es kommen nochmalige Steuererhöhungen auf sie zu, Steuerfreibeträge sinken. Lebensmittel und Drogerieprodukte sind in der Slowakei teils teurer als im benachbarten Österreich oder in Deutschland – die Löhne aber noch immer deutlich niedriger.







