Vielleicht muss diese Geschichte über den „Almauftrieb“ auf der Wittelsbacher Brücke beginnen, neben dem Reiterstandbild von Otto I. Ein 1a Platz, um auf dem Heimweg von der Wiesn das Radl mal kurz abzustellen. Verschnaufer vor dem ekligen Anstieg hoch nach Obergiesing. So ganz spurlos sind die Getränke im Bierzelt doch nicht an einem vorübergegangen. Und so ein Fluss mitten in der Stadt ist ja auch ein Geschenk. Am Nachmittag haben die Münchner noch darin gebadet, vielleicht zum letzten Mal in diesem Jahr. Jetzt sitzen ein paar von ihnen unten am Ufer, schauen rüber zum leuchtenden Heizkraftwerk, von irgendwo her plärrt Rap aus einer Musikbox. Ansonsten: relative Stille, nur wenige Minuten und ein paar Hundert Meter entfernt von dem wohl irrsten Volksfest des Planeten.

An einem der buntesten Abende, die dieses Mysterium namens Oktoberfest so zu bieten hat. Das ist es dann wohl, dieses spezielle Münchner Welt-Dorf-Gefühl: eben noch mit Effe, Sandy und Jérôme im Bierzelt, jetzt mit Otto, dem Wittelsbacher, beinahe allein in der Nacht an der schon schlaftrunken gluckernden Isar.

Wo waren wir? Ah ja, Almauftrieb beim Käfer, Pflichttermin für alle Promi-Reporter in und um München. Der Almauftrieb in Kurzform: 1999 hatten Philip und Evelyn Greffenius die Idee, gleichnamiges Event am ersten Wiesn-Sonntag in der Käfer Wiesn-Schänke ins Leben zu rufen. Und wie bei einem etwas weiter gefassten Klassentreffen versammelt sich nun im Zelt von Multi-Gastronom Michael Käfer Jahr für Jahr eine maximal breit gefächerte Mischung aus Wirtschaft, Showbusiness, Sport und anderen üblichen Verdächtigen.