„Ah, mein Lieblingslied“, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nach dem ersten Hendl auf der Empore des Schottenhamel-Zeltes, als die Kapelle das Partylied „Wackelkontakt“ anstimmt. Es gilt als heißer Kandidat für den Wiesnhit in diesem Jahr. Ob Reiter das mit dem Lieblingslied ironisch meint, wird nicht ganz klar. Etwas anderes macht er aber deutlich: Er selbst hat vor, ohne Wackler durch den Wahlkampf für die anstehende Oberbürgermeisterwahl im kommenden März zu kommen.

Dazu gehört für ihn auch die Eröffnung des Oktoberfestes. Eigentlich soll die Wiesn unpolitisch sein, in Wirklichkeit aber sei sie ein „großer Teil des Wahlkampfs“, sagt Reiter. „Da muss ich keine großen Veranstaltungen machen – es reicht, einfach ins Zelt zu gehen.“

Bisher scheint der Amtsinhaber den Wettstreit ohnehin als eher entspannt zu empfinden. „Ich hatte schon aggressivere Wahlkämpfe.“ Sein erster im Jahr 2014 gegen Josef Schmid von der CSU etwa, der sei anstrengender gewesen. Seiner Ansicht nach stehen seine Hauptkonkurrenten noch nicht sonderlich unter Strom. „Ich warte noch auf die erste gute Idee eines Gegenkandidaten.“

Wie es Tradition ist, hat sich nicht nur der Oberbürgermeister, sondern auch die Münchner Politprominenz auf der Empore des Schottenhamel-Festzelts eingefunden, um den Start des Oktoberfests zu feiern. Des letzten in dieser Amtsperiode des Stadtrats.