Allem Anschein nach wussten die Angeklagten genau, bei welchen Wohnungen sich ein Einbruch lohnt. Es war am frühen Abend des 20. Juni vergangenen Jahres, als der 30-jährige King O., von Beruf Kfz-Mechatroniker und Event-Veranstalter, sowie sein zwei Jahre jüngerer mutmaßlicher Komplize, der Bürohelfer Ali F., in ein Mehrfamilienhaus in Ramersdorf eingedrungen sein sollen.

Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge hatten sie es auf den Mitarbeiter eines Wettbüros abgesehen. Im Eingangsbereich des Hauses sollen sie zunächst dessen Post an sich genommen haben. Kurz darauf habe Ali F. an die Tür des Mannes geklopft und gerufen: „Die Post ist da.“ Der Mitarbeiter des Wettbüros öffnete und blickte in die Mündung einer Pistole, die Ali F. in diesem Moment auf ihn gerichtet haben soll.

Seit diesem Dienstag müssen sich Ali F. und King O. vor der 9. Strafkammer am Landgericht München I verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen schweren Raub und gefährliche Körperverletzung zur Last. Denn sowohl bei der mutmaßlichen Tat in Ramersdorf als auch bei dem vereitelten Versuch, in die Wohnung eines Friseurs in Milbertshofen einzudringen, sollen die beiden nicht gerade zimperlich vorgegangen sein.