Seit diesem Jahr weiß die Sprinterin Julien Alfred aus Saint Lucia, dass sie tatsächlich diese internationale Sportgröße geworden ist, die sich den Blicken nicht mehr entziehen kann. Die vergangene Saison endete für sie mit befreienden Momenten der Freude bei Olympia in Paris: Gold über 100 Meter, Silber über 200 Meter. Daheim in Castries verabschiedete das Nationalparlament das Julien-Alfred-Day-Gesetz, das den 27. September 2024 zum gesetzlichen Feiertag machte. Der Premierminister empfing sie. Drei Tage lang feierten ihre Landsleute den ersten Olympiasieg des kleinen Karibikstaates.

Dann ging die Arbeit auf der Bahn wieder los. Die Aufgabe war für Julien Alfred dieselbe wie 2024, aber das Interesse war anders. Man redete über sie, wenn sie startete. Man redete erst recht über sie, wenn sie nicht startete. Und vor der WM in Tokio hing über ihr die Frage, ob sie auf der großen Bühne damit umgehen könne, jetzt nicht mehr nur die begabte Außenseiterin zu sein, sondern die Favoritin.

MeinungStart der Leichtathletik-WM

Die Leichtathletik muss mehr bieten als die ewige Jagd nach dem nächsten Rekord

Kommentar von Thomas Hahn