Usain Bolt ist noch immer der Star. Ein Sprinter ist der 39-Jährige schon seit einigen Jahren nicht mehr, was nicht heißt, dass man dem Jamaikaner vor den Weltmeisterschaften in Tokio nicht eine standesgemäße Bühne bieten kann. Ein Sponsor hatte in Tokio zur Presserunde mit Bolt geladen, zig internationale Medienvertreter folgten, und sie bekamen dabei einen kleinen Hinweis auf die neuesten Technologien: Mit den Schuhmodellen von heute wäre Usain Bolt bei seinem seit 2009 bestehenden Weltrekord über 100 Meter von 9,58 Sekunden eine Zeit von 9,42 Sekunden gelungen, haben Wissenschaftler berechnet. Ob Bolt nun beunruhigt sei, was die heutige Sprintergeneration mit seinem Rekord und den schnellen Sohlen anstellen könnte? „Nein, bin ich nicht“, sagte er, „ich sehe aktuell nichts, was sie tun können, um den Rekord zu brechen.“

Ein Usain Bolt ist nun mal nicht beunruhigt, dazu gibt es aktuell trotz mancher Tüftelei auch wenig Anlass. Seine Weltrekorde über 100 und 200 Meter – mittlerweile schon 16 Jahre alt – sind bisher nicht annähernd in Gefahr geraten. Erstaunlich in einer Welt der Leistungssprünge. Acht Jahre nach seinem Rücktritt sucht die Leichtathletik auch noch immer nach einem Zugpferd, wie Bolt eines war: locker, leicht, oft unbesiegbar. Die heutige Sprintergeneration ist eine andere. Allerdings bedeutet das nicht, dass der Titelkampf über 100 Meter, der schon an diesem Sonntag im Olympiastadion von Tokio ausgetragen wird, deswegen weniger spannend wäre: Olympiasieger Noah Lyles hat eine durchwachsene Saison hinter sich, da gibt es so einige, die ihre Chance auf WM-Gold wittern.