PfadnavigationHomePanoramaWegen Israel-TeilnahmeNiederlande drohen mit ESC-BoykottVeröffentlicht am 12.09.2025Lesedauer: 2 MinutenQuelle: Jens Büttner/dpa2026 findet der Eurovision Song Contest in Wien statt. Doch immer mehr Länder drohen mit Boykott, wenn Israel teilnimmt. Die Regierung habe den ESC als politisches Instrument genutzt, behaupten die Niederlande.Nach Irland drohen nun auch die Niederlande mit einem Boykott des Eurovision Song Contest 2026, wenn Israel wie geplant teilnimmt. Das teilte der verantwortliche öffentlich-rechtliche TV-Sender Avrotros in Hilversum mit.„Avrotros kann die Teilnahme Israels in der heutigen Situation angesichts des anhaltenden und schweren menschlichen Leidens in Gaza nicht länger verantworten“, heißt es in der Erklärung. Der Sender nennt auch die „schwerwiegende Aushöhlung der Pressefreiheit“ durch Israel, den Ausschluss internationaler unabhängige Berichterstatter und die vielen Opfer unter Journalisten.Die Niederlande schließen sich damit Irland an. Auch Slowenien, Spanien und Island erwägen, bei einer Teilnahme Israels dem Eurovision Song Contest im kommenden Jahr in Wien fernzubleiben. Zudem gibt es auch in anderen ESC-Nationen erhitzte Debatten und Forderungen nach einem Ausschluss Israels.ESC als politisches Instrument?Nach Darstellung des niederländischen TV-Senders soll die israelische Regierung bei dem ESC in Basel 2025 Einfluss ausgeübt haben. So sei der Eurovision Song Contest als politisches Instrument benutzt worden. Israel war mit einer Überlebenden des Hamas-Massakers vom 7. Oktober gestartet: Yuval Raphael belegte mit „New Day Will Rise“ den zweiten Platz. Ihr Auftritt war von Protesten und antisemitischen Anfeindungen begleitet worden.Offiziell ist die Europäische Rundfunkunion, der Verband der europäischen Rundfunksender, der Veranstalter und damit für die Zulassung der Länder verantwortlich. Die Niederlande stellten ihre Teilnahme 2026 aber in Aussicht, sollte die EBU beschließen, Israel nicht zuzulassen, wie der Sender mitteilte.Der österreichische Sender ORF hat sich als Gastgeber des ESC 2026 bereits eindeutig für eine Teilnahme Israels ausgesprochen. Er würde dies begrüßen, sagte ORF-Generaldirektor Roland Weißmann Anfang September. Auch der Stiftungsrat des öffentlich-rechtlichen Senders empfahl Weißmann zuletzt, diese Position weiterhin zu vertreten.dpa/jm