Um sich fortzupflanzen, benötigt es meist einen weiblichen und einen männlichen Part. Allerdings stellen Insekten dieses Konzept auf den Kopf und bringen durch Jungfernzeugung auch aus unbefruchteten Eiern Nachwuchs hervor. Nun haben Forscher aber festgestellt, dass eine Ameisenart die Möglichkeiten der Fortpflanzung noch einen Schritt weitertreibt und damit eine fundamentale Regel der Biologie bricht.

Denn die Königinnen der Art Messor ibericus können aus dem Sperma einer anderen Ameisenart Männchen dieser Art (Messor structor) klonen. Aus den Eiern der Ameisenkönigin schlüpfen also zwei unterschiedliche Arten, wie Forschende im Fachmagazin Nature berichten.

Die Königinnen der iberischen Ernteameise sind sexuelle Parasiten, das ist schon länger bekannt. Um Arbeiterinnen zu produzieren, nutzen sie das Sperma der Ameisenart Messor structor: Die fremden Spermien verwenden sie, um sterile Hybriden als Arbeiterinnen zu zeugen. Die Armee der Arbeiterinnen ist in der Kolonie für den Nestbau und die Nahrungssuche zuständig.

Für den Nachschub an Hybriden sind sie also auf das Sperma einer anderen Art angewiesen. An dieses Sperma kommen sie, indem sie es stehlen, normalerweise aus fremden Kolonien.