PfadnavigationHomePanoramaEntsetzen in Lissabon16 Menschen sterben bei Seilbahn-Unglück – deutscher Familienvater totVeröffentlicht am 04.09.2025Lesedauer: 3 MinutenNach dem schweren Unglück der historischen Standseilbahn „Elevador da Gloria“ ist die Zahl der Todesopfer weiter gestiegen. Zwei der Verletzten starben über Nacht im Krankenhaus, teilte Margarida Castro Martins, Leiterin der Zivilschutzbehörde von Lissabon, Reportern mit.Schock in Portugal: Mindestens 16 Menschen sind bei der Entgleisung der berühmten Standseilbahn „Elevador da Gloria“ in Lissabon gestorben. Unter den Opfern sollen auch Deutsche sein. Anwohner schildern, wie das Unglück ablief.Am Tag nach dem schweren Standseilbahnunglück in Lissabon hat die portugiesische Regierung die Angaben zu der Opferzahl korrigiert. Es gebe 16 Todesopfer und fünf Schwerverletzte, erklärte Regierungschef Luis Montenegro am Donnerstag. Zuvor hatte die Zivilschutzbehörde in Lissabon zunächst von 15 und dann von 17 Todesopfern sowie 21 Verletzten gesprochen. Sie korrigierte ihre Angaben schließlich: In der Nacht seien nicht zwei Menschen ihren Verletzungen erlegen, sondern nur einer. Das Auswärtige Amt geht auch von deutschen Opfern aus. „Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden“, hieß es am Donnerstag aus dem Ministerium in Berlin. Zu ihrer Anzahl gebe es derzeit noch keine verlässlichen Angaben.Zuvor hatten portugiesische Medien von einem deutschen Familienvater berichtet, der bei dem Unglück gestorben sein soll. Ein Polizist habe seinen dreijährigen Sohn aus den Trümmern gerettet, die Mutter befinde sich in kritischem Zustand, berichten die Zeitung „Observador“ und der Sender CNN Portugal unter Berufung auf die Polizei.„Portugal trauert“, sagt der Bürgermeister von LissabonDie Identitäten und Nationalitäten der weiteren Opfer sind bislang unbekannt. Am Donnerstag könne es dazu Informationen geben, sagte ein Sprecher des Rathauses. Das Institut für Rechtsmedizin will die Obduktionen bis zum Vormittag abgeschlossen haben. Es ist zu erwarten, dass unter den Toten und Verletzten auch mehrere Touristen aus dem Ausland sind.„Portugal trauert“, sagte Bürgermeister Carlos Moedas dem TV-Nachrichtensender SIC Notícias sichtlich niedergeschlagen. Es sei vor allem für die Stadt Lissabon „tragisch, ein schrecklicher Abend“. Moedas rief eine dreitägige Trauer aus. Portugals Ministerpräsident Luís Montenegro sagte alle seine Termine erst einmal ab.Fernsehbilder zeigten, wie die Bahn auf der Seite lag und stark beschädigt wurde. In Liveübertragungen verschiedener TV-Sender sah man lange Zeit viel Rauch, viele Trümmer. Sirenen heulten pausenlos, die Rettungsteams arbeiteten hektisch. Die „FAZ“ zitiert Anwohner, die im Interview mit SIC berichteten: „Wir sahen, wie die Straßenbahn ungebremst auf uns zukam, wir hatten gerade noch Zeit zu fliehen.“Lesen Sie auchEine Augenzeugin sagte, die Bahn sei mit lautem Getöse entgleist, die abfallende Straße hinuntergerutscht und gegen ein Gebäude am Restauradores-Platz im Zentrum Lissabons gekracht. „Das war ohrenbetäubend, ich und andere Passanten sind weggerannt.“ Schnell seien Sanitäter und Polizisten an der Unfallstelle gewesen, erzählte die junge Frau, die noch sichtlich mitgenommen war.Die Ursache? Bisher unbekannt. Experten vermuten, dass ein Seil gerissen sein könnte und vielleicht auch noch die Bremsen versagt haben. Vorwürfe, die Instandhaltung der Bahn sei womöglich nicht gut genug gewesen, wies der Betreiber, die Lissabonner Verkehrsgesellschaft Carris, zurück. „Die monatlichen und wöchentlichen Wartungsprogramme sowie die tägliche Kontrolle werden sorgfältig durchgeführt“, hieß es in einem Bericht.Trotzdem ließ die Stadtverwaltung von Lissabon den Betrieb aller drei Standseilbahnen aussetzen und ordnete sofortige Inspektionen an. Die portugiesische Kriminalpolizei nahm Ermittlungen auf. Sie sei mit mehreren Beamten vor Ort gewesen, berichtete der Sender „SIC Notícias“.Einen solchen Unfall mit einer der drei Standseilbahnen, die seit dem 19. Jahrhundert betrieben werden, hatte es in Lissabon bisher nicht gegeben.Portugals Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sous bedauerte den Unfall „zutiefst“ und forderte, dass der Vorfall „rasch von den zuständigen Stellen aufgeklärt“ werde. Er sprach den betroffenen Familien seine Anteilnahme aus. Portugals Regierung rief für Donnerstag einen nationalen Trauertag aus. Auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zeigte sich auf der Plattform X erschüttert.Der „Elevador da Gloria“ wurde im Jahr 1885 eröffnet und ist eine der drei historischen Stadtseilbahnen Lissabons. Er verbindet den zentralen Platz Praça dos Restauradores mit dem höher gelegenen Stadtteil Bairro Alto und legt dabei eine Strecke von rund 200 Metern zurück. Die Bahn ist heute in erster Linie eine Touristenattraktion, sie wird aber auch von vielen Einheimischen benutzt, für die die Strecke zu Fuß zu steil ist.dpa/cvb/säd/gub
Entsetzen in Lissabon: Schweres Seilbahn-Unglück – Zahl der Todesopfer steigt auf 16 - WELT
Schock in Portugal: Mindestens 16 Menschen sind bei der Entgleisung der berühmten Standseilbahn „Elevador da Gloria“ in Lissabon gestorben. Unter den Opfern sollen auch Deutsche sein. Anwohner schildern, wie das Unglück ablief.











