Das mechanische Klacken eines Stechschritts hallt durchs menschenleere Foyer des Fat Cat im alten Gasteig. Eine Melodie setzt ein, im Ton vergnügt: „Wozu ist die Straße da, zum Marschieren …“ Günter Wangerin kriecht im ersten Stock gleich hinter den Treppen aus einem hohen Podest, in dem die Musikanlage versteckt ist. Er hat sie gerade eingeschaltet. „Hören Sie’s?“, fragt der Mann mit dem kurzen weißen Haar und der schwarzen Hornbrille etwas außer Atmen. Der Senior zieht sich mit Mühe aus den Knien hoch zum Podest, auf dem ein mannshoher Soldat aus Holz wie eine Marionette im Takt auf der Stelle schreitet. Zack, zack, zack. Unter seinen Füßen ein Block mit großen Fotos. Sie zeigen das Konzentrationslager Auschwitz, das zerstörte Berlin 1945, in Polen einmarschierende deutsche Soldaten 1939 und die Bombardierung von Belgrad durch die Nato mit deutscher Beteiligung 1999. So weit kommt’s, ist die Botschaft dieser Installation, wenn die Truppe anfängt zu marschieren.