Für sie: Die Felltasche

Die Modeindustrie hat die Tenniswelt als Produktplatzierungsbühne entdeckt. Eigenartigerweise aber fast ausschließlich auf der Männerseite. Man fragt sich, warum das so ist: Sind die Jungs wirklich interessantere Typen als die aktuellen weiblichen Tennisprofis? Nun, könnte sein. Die aktuelle Nummer eins der Weltrangliste zum Beispiel, Aryna Sabalenka, machte jetzt während der US Open auch wieder nur mit einem speziell angefertigten Diamantcollier von sich reden. Um Diamanten geht es irgendwie immer bei Tennisspielerinnen, seit Chris Evert 1978 auf dem Court ihr Armband verlor und das Spiel unterbrach, um die Diamanten zu finden (seitdem heißen Diamantenarmbänder „Tennis Bracelets“). Kurz: Tennisspielerinnen treten immer noch auf wie höhere Töchter.

(Foto: MATTHEW STOCKMAN/getty/AFP)

Jetzt aber Auftritt Venus Williams, die 45-Jährige flog zwar bei den US Open im Doppel sowie im Einzel in der ersten Runde raus, aber sie erinnerte uns mit diesen kurzen Comeback-Auftritten daran, dass die Williams-Schwestern den Sport nicht nur sportlich, sondern auch modisch revolutioniert haben. Am ersten Tag des Turniers erschien sie in einem maßgeschneiderten Look vom New Yorker Label Khaite, am zweiten in einem komplett schwarzen Merinowolle-Tennis-Outfit und zu ihrem Einzelduell klassisch in Weiß, aber mit zwei Tennistaschen. Die aus Lammfell ist von Erl, einem Lieblingslabel von Rihanna, und wer jetzt denkt, dass zwei Taschen auf einmal völlig bescheuert sind: Es ist definitiv nicht blöder, als in die Diamanten zu schwitzen.