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ach großen Momenten berichten Sportler oftmals davon, dass sie genau davon als Kind geträumt hätten. Basketballprofi Kobe Bryant hat mit einem Kurzfilm darüber gar einen Oscar gewonnen: Er, sechs Jahre alt, Ball in der Hand, noch fünf Sekunden zu spielen; aus dem Hinterhof mit Mülltonnen wird die Arena der Los Angeles Lakers, in der er als Erwachsener zur Legende werden sollte. Man freut sich für jede Person, die Träume verwirklicht; man kann inspiriert werden, an den eigenen festzuhalten – weiß aber natürlich auch: Kein Mensch wird von einem Traum berichten, der von Niederlagen wegen starker Schmerzen handelt.
Genau das widerfuhr Eva Lys am Donnerstag gegen Linda Noskova aus Tschechien: Ihre rheumatische Autoimmunkrankheit sandte mal wieder starke Schmerzen in den Rücken; schon im ersten Satz hatte Lys behandelt werden müssen, kurz darauf gab sie auf. Zerplatzt war der Traum, bei den US Open zum ersten Mal die dritte Runde oder vielleicht gar mehr zu erreichen. Sie wollte ein paar Minuten später nicht viel darüber sagen; ein Häuflein Elend darf als Freuden-Berg gesehen werden im Vergleich zur Person, die da saß. Das Urteil der Reporter ob der Zwei-Wort-Antworten war vernichtend – so wie bei Alexander Zverev alles andere als der Triumph bei einem Grand Slam als Versagen gewertet wird.










