Die größte Freiheit des Menschen liegt bekanntermaßen darin, wie er mit den Dingen umgeht, die einem das Leben serviert. Das kann ein Topf voller Gold sein oder ein Sack Zitronen, und genau deshalb will Eva Lys zweierlei nicht sein: Glückskeks und armes Häschen. Sie hatte bereits im Frühjahr klargestellt, dass ihr natürlich bewusst sei, dass sie die Tennisgötter gut beschenkt hatten bei den Australian Open durch ihr Nachrücken ins Hauptfeld als Lucky Loser trotz Quali-Niederlage; der Spitzname Lucky Lys möge aber nun bitte nicht auf Lebenszeit an ihr haften. Die drei Partien danach hatte sie mit teils begeisterndem Tennis gewonnen. Sie ist seitdem bis auf Platz 55 der Weltrangliste vorgerückt und hatte kürzlich in Cincinnati gar einen Matchball gegen Australian-Open-Siegerin Madison Keys.

„Dieser Ballwechsel ist in den beiden Tagen danach immer wieder vor dem geistigen Auge aufgetaucht“, sagt sie nun bei einer kurzen Plauderei vor Beginn der US Open. Deshalb: nur schnell weiter nach Cleveland und „den nächsten Matchball verwerten, denn der gegen Keys kam in genau diesem Moment wirklich hoch“. Also: nicht lange nachdenken, sondern einfach weitermachen.

Alexander Zverev bei den US Open