Eigentlich ist es nur ein Gerät, das Mobilität ermöglichen soll. Und dennoch bewegt das Automobil Gesellschaft, Wirtschaft und Zeitgeist wie kaum eine andere Erfindung. Wer wissen will, wohin die Reise geht, blickt traditionell auf die IAA: Hier wird das Auto der Zukunft gefeiert. Ein Rückblick auf Tops und Flops aus 60 Jahren. SP-X/Köln. Auf dem Höhepunkt des deutschen Wirtschaftswunders waren es Amerikaner, die 1965 in den Frankfurter Messehallen während der IAA Appetit auf eine schöne neue Autowelt machten. Den Paukenschlag dazu setzte Opel, damals Tochter des US-Konzerns General Motors. Die Rüsselsheimer überraschten mit dem GT Experimental als Dreamcar, und fast eine Million IAA-Besucher feierten diese Mini-Corvette im Coke-Bottle-Design. Drei Jahre dauerte es, dann wurde der Traumwagen bezahlbare Realität: Auf Basis des kleinen Kadett ging der Opel GT in Großserie – und initiierte eine Stampede europäischer Pony-Cars. Schließlich litt der „Nur-Fliegen-ist-schöner“-Opel (Werbeslogan) aus Sicht junger Familienväter an einem Geburtsfehler: Es fehlten Fondsitze. Ford wusste, was zu tun ist. Die Kölner verwandelten die Idee und Optik des amerikanischen Mustang in ein Mini-Muscle-Car – und fertig war der viersitzige Capri. Auf der IAA 1969 zeigte sich der Capri in großer Typenvielfalt, und plötzlich erreichte Ford 15 Prozent Marktanteil.