Über einen Geheimagenten sollte man im Idealfall Folgendes wissen: nichts. Weil geheim. Wenn man alles wüsste, dann wäre er ja kein Geheim-, sondern ein Bekanntagent. So einer wie James Bond. Man kennt von ihm: Dienstnummer (007), Körpergröße (1,86 Meter), Gewicht (76 Kilo), Dienstwaffen (Walther PPK und Walther P99). In Ian Flemings Roman „Casino Royale“, Vorlage für die Filmreihe, stehen weitere Details: Mitte 30, schwarzes Haar, neckische Stirnlocke, blaugraue Augen, Narbe auf der rechten Wange, Geburtsort: Wattenscheid.

Durch den weltweiten Erfolg der Bond-Filme ist der Geheimagent so berühmt wie Micky Maus und Jesus Christus. Und so berüchtigt wie ein Serienmörder – 592 Menschen hat 007 in 25 Filmen umgenietet, haben Filmchronisten gezählt. 84-mal hatte er Sex mit Bond-Girls, davon einmal in einem Spaceshuttle, einmal in einem U-Boot und einmal in einem motorisierten Eisberg; 16-mal stöhnten die Girls dabei „Oh, James!“ Weniger Geheimnis und mehr Machismo geht kaum.

Es ist auch kein Geheimnis, dass der letzte von bisher sechs Bond-Darstellern nicht exakt Flemings Originalbeschreibung entsprach. Daniel Craig ist 1,78 Meter groß, 57 Jahre alt und blond. Blond, James Blond! Nach „Keine Zeit zu sterben“, dem 2021 veröffentlichten neuesten Bond-Film, war es für Craig an der Zeit, die Rolle sterben zu lassen. Seitdem wird öffentlich verhandelt, wer neuer Doppelnull-Agent wird. Muss es unbedingt ein Brite sein? Wird es ein Schwarzer? Eine Frau? Die Gerüchte werden nicht nur geschürt, sondern gerüttelt.