Wenn die Zahnärztin die Tube mit der fluorhaltigen Paste zückt, hat man es geschafft. Die Tortur ist vorbei, die Zähne werden noch sanft eingepinselt, begleitet von freundlichen aber strengen Ermahnungen, Zahnseide zu benutzen und säurehaltige Getränke wie Cola zu meiden. Säure greift nämlich den Zahnschmelz an und erleichtert Kariesbakterien das Leben. Da hilft dann auch die Fluor-Behandlung nichts mehr, die den Zahnschmelz widerstandsfähig machen soll.
Haie trinken zwar keine Cola, trotzdem könnten sie künftig ein ähnliches Problem mit ihren Zähnen bekommen wie Menschen, die zu viele Softdrinks trinken, sagt Max Baum, Biologe an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Ihr Zahnschmelz wird dünn und löchrig.
Der Grund dafür sei der Klimawandel und die damit verbundene Versauerung der Meere, schreibt ein Team um Baum in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals Frontiers in Marine Science. Denn wenn der CO2-Gehalt in der Luft steigt, gelangt auch mehr Kohlendioxid in die Meere, wo es mit Wasser zu Kohlensäure reagiert. Die Folge: Der pH-Wert des Wassers sinkt, die Ozeane versauern. Und da Haizähne wie Menschenzähne zu einem großen Teil aus Kalziumkarbonat, also Kalk bestehen, werden sie durch Säure zersetzt. „Es ist wie beim Badputzen“, sagt Baum. „Kalkflecken lösen sich durch Essigsäure auf.“








