PfadnavigationHomePanoramaExplosion in der OstseeAlle Nord-Stream-Saboteure angeblich identifiziert – Heikler Verdacht zu Einreise nach DeutschlandVeröffentlicht am 27.08.2025Lesedauer: 3 MinutenNach der ersten Festnahme im Fall der Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines haben die deutschen Behörden sechs weitere mutmaßliche Beteiligte ermittelt. Bei allen handelt es sich um Ukrainer. Gegen sie liegen Haftbefehle vor.Mehreren Berichten zufolge wurden alle Mitglieder des Sabotagekommandos Nord Stream 2 identifiziert. Es soll sich um sieben Ukrainer handeln. Die ukrainischen Behörden sollen eine entscheidende Rolle bei der Einreise nach Deutschland gespielt haben.Deutschen Behörden ist es einem Medienbericht zufolge gelungen, alle Mitglieder des Kommandos zu identifizieren, das für die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines im September 2022 verantwortlich sein soll. Es gehe um insgesamt sieben ukrainische Tatverdächtige, berichteten „Die Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“ und „Tagesschau.de“ unter Verweis auf gemeinsame Recherchen. Gegen sechs von ihnen lägen Haftbefehle vor. Der siebte soll im Dezember 2024 in der Ost-Ukraine bei Kämpfen gegen die russische Armee getötet worden sein.Wie alle drei Medien berichteten, soll das Kommando nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft aus folgendermaßen besetzt gewesen sein:Skipper Yuriy T., ein Wettkampfsegler aus der Hafenstadt Odessa ein Koordinator - der kürzlich in Italien festgenommene, mutmaßliche Operationsleiter Serhii K.ein Sprengstoffexpertevier Taucher, darunter eine Ukrainerin von einer privaten Kiewer Tauchschule. Ein weiterer Taucher war der mittlerweile getötete ukrainische Soldat Wsewolod K.. Dieser soll bei der Bundeswehr im bayerischen Wildflecken eine militärische Ausbildung erhalten habenDie Ermittlungen erhärten dem Bericht zufolge zudem den Verdacht, dass die Gruppe den Anschlag mit Hilfe von ukrainischen Behörden ausführen konnte. So seien die Verdächtigen mit ukrainischen Original-Pässen durch Polen nach Deutschland gereist, die allerdings falsche Namen enthielten. Einer der Verdächtigen sei zudem im Sommer vergangenen Jahres in einem Auto des ukrainischen Militärattachés aus Polen in die Ukraine gebracht worden, um einer Festnahme zu entgehen. Serhii K. verfügte über zwei ukrainische Pässe, was den Verdacht nahelegt, dass er einstmals selbst dem ukrainischen Inlandsgeheimdienst angehört hatte. Zudem sollen alle Teammitglieder jeweils einen gefälschten rumänischen Pass mitgeführt haben.Lesen Sie auchDas Sabotagekommando soll laut „Tagesschau“-Angaben die Segeljacht „Andromeda“ angemietet haben, um vom Rostocker Hafen Hohe Düne auf die Ostsee zu fahren und die Pipeline zu sprengen. Vier Bomben mit einer explosiven Mischung aus Oktogen und Hexogen sollen dabei zum Einsatz gekommen sein. Im Nachhinein soll das Schiff weder ordentlich gereinigt noch weitervermietet worden sein.Den Ermittlern ermöglichte dies, Fingerabdrücke, DNA-Proben und Sprengstoffrückstände sicherzustellen. Yuriy T. konnte dank einer früheren Reise in die Niederlande identifiziert werden, im Zuge derer er seine Fingerabdrücke hatte abgeben müssen. DNA-Spuren von Wsewolod K. fanden sich wiederum auf Unterlagen der Bundeswehr in Wildflecken. Sie stimmten mit Spuren auf der „Andromeda“ überein.Die Bundesanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. Erst vergangene Woche hatte die Bundesanwaltschaft in Italien den 49-jährigen Serhii K. festnehmen lassen. Dieser sei der mutmaßliche Koordinator des Kommandos, teilte die Behörde mit. Italien verweigert bislang die Auslieferung des Mannes nach Deutschland.Die Nord-Stream-Pipelines unter der Ostsee waren für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut worden. Im September 2022 wurden sie durch Sprengsätze schwer beschädigt. Die Leitungen waren damals nicht in Betrieb. Russland hatte die Gaslieferungen über Nord Stream 1 bereits kurz zuvor gestoppt - mutmaßlich als Reaktion auf die westlichen Sanktionen angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine. Nord Stream 2 ging nie in Betrieb.Im Oktober 2022 übernahm die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen der Sabotageaktion. Wie sie bei der Festnahme von K. mitteilte, platzierte das Kommando Sprengsätze in der Nähe der dänischen Insel Bornholm an den Leitungen. Für den Transport habe das Kommando eine Segeljacht genutzt, die von Rostock aus startete.AFP/dol