PfadnavigationHomePodcastsAha!Wissenschafts-PodcastBrot der Zukunft – Wenn Vitamine und Proteine im Teig steckenVon Wiebke BolleVeröffentlicht am 26.08.2025Lesedauer: 3 MinutenQuelle: picture alliance/CHROMORANGE/Berit KesslerForscher weltweit tüfteln an Rezepturen, die Brot gesünder machen sollen – von Vitamin D aus spezieller Hefe in Chile bis zu Protein aus Sonnenblumenkernmehl in Brasilien. So könnte das tägliche Grundnahrungsmittel bald selbst zur Nahrungsergänzung werden.Hier können Sie die Folge direkt hören: Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um die Frage, wie Brot in Zukunft nicht nur sättigen, sondern auch einen Beitrag zur Gesundheit leisten kann. Der Mikrobiologe Eduardo Kessi-Pérez forscht am Zentrum für Lebensmittelwissenschaft und Technologie an der Universität Santiago in Chile an Methoden, das Grundnahrungsmittel mit Vitamin D anzureichern.Warum Brot gesünder werden sollBrot ist besonders in ärmeren Bevölkerungsgruppen ein zentrales Lebensmittel. Obwohl es oft als ungesund gilt, bleibt der Konsum hoch. Deshalb verfolgen Forschende weltweit das Ziel, den Nährwert zu steigern. In Deutschland untersuchen Wissenschaftler, wie sich der Vitamin- und Proteingehalt durch die Wahl bestimmter Weizensorten und Backverfahren verbessern lässt. An der Universität Hohenheim wurden dafür bereits mehr als 280 Sorten und 400 Zuchtlinien getestet. In Brasilien wiederum konnte durch die Zugabe von Sonnenblumenkernmehl der Proteinanteil im Brot auf mehr als 27 Prozent erhöht werden.In Chile wird der Fokus auf Vitamin D gelegt. Über die Hälfte der Bevölkerung leidet dort unter einem Mangel. Da Brot ein Alltagsprodukt ist, bietet es sich an, als Trägerstoff für diesen Nährstoff zu dienen.Hefe als Vitamin-D-Produzent Im Labor wurde ein Verfahren entwickelt, bei dem Backhefen so gezüchtet werden, dass sie große Mengen Ergosterol produzieren – ein Molekül, das durch UV-Licht in Vitamin D2 umgewandelt werden kann. Dieses Vorgehen orientiert sich am menschlichen Organismus, in dem Sonnenlicht Cholesterin in Vitamin D3 umwandelt. Die Methode nutzt sogenannte adaptive Laborevolution: Hefen werden gezielt Stressfaktoren ausgesetzt, sodass sie sich anpassen und die gewünschte Eigenschaft verstärken. Dabei handelt es sich nicht um Gentechnik, was die gesellschaftliche Akzeptanz erleichtert.Erste Ergebnisse zeigen, dass einige Hefestämme bis zu 90 Prozent mehr Ergosterol produzieren als herkömmliche Varianten. Nun geht es darum, die Herstellung im größeren Maßstab zu erproben und daraus Brot zu backen. Dafür arbeitet die Universität Santiago mit dem nationalen Bäckerverband zusammen.Wann das Brot in den Handel kommen könnteNoch befindet sich das Projekt im Laborstadium. In ersten Versuchen soll bereits im kommenden Jahr Brot mit Vitamin D-Hefe in Bäckereien gebacken werden. Bis zur breiten Markteinführung dürften jedoch noch mehrere Jahre vergehen, da ein Unternehmen die industrielle Produktion übernehmen müsste.Auch in Europa könnte Vitamin-D-Brot von Bedeutung sein. In Ländern mit wenig Sonneneinstrahlung, etwa in Norddeutschland, ist die Eigenproduktion des Körpers oft unzureichend. Lebensmittel, die gezielt mit Vitamin D angereichert werden, könnten so zu einer besseren Versorgung beitragen.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.