Vielen Dank für die Blumen, könnte man sagen: Mit dem „Superbloom“ hat eine Berliner Eventagentur München ein Pop-Festival von internationalem Format beschert, das ihm so lange fehlte. So ein Spektakel zu basteln, ist schon eine Kunst – die liegt der Festival-Direktorin Fruzsina Szep, die in München aufgewachsen ist, besonders. Sie hat ein Gespür dafür, Festivals (früher etwa das Sziget in Ungarn) für ihre Orte und ihre Besucher maßzuschneidern: Für den Münchner Olympiapark schwebte ihr etwas fast Hippie-Mäßiges vor, im sehr modernisierten Woodstock-Spirit, ein „vielseitiges Erlebnis für alle Sinne“, ein „buntes Universum aus Musik, Tanz, Performances und interaktiven Erlebnissen“.

Das Konzept von einem urbanen Zwei-Tage-Open-Air kam – auch ohne Camping-Möglichkeiten – bei der Premiere 2022 prima an, gleich wurde Superbloom ausgezeichnet als bestes neues Festival in Europa. Seitdem kamen Jahr für Jahr 50 000 Besucher täglich. Und auch 2025 für die vierte Ausgabe, am 30. und 31. August, sind schon fast alle Karten ausverkauft.

Der Olympiapark blüht: Die Festivalmacher legen viel wert auf die Dekoration des Geländes.

(Foto: Catherina Hess)

Ein solches Festival zu etablieren, ist noch schwieriger, als eines zu erfinden. Beim Superbloom waren dazu jedes Jahr Anpassungen nötig, die nicht allen Gästen gefielen. Zum Beispiel liegen seit 2024 die beiden Hauptbühnen nicht an verschiedenen Orten, sondern direkt nebeneinander im Stadion. Das verringert zwar die Umbau- und Pausenzeiten, mindert aber für viele den Festival-Spaß, weil man weniger Orte und Programm zum Entdecken hat.