Wenn der Milchlaster kommt, weiß Erna Haberl, dass bald wieder Wasser aus der Leitung fließt. Aus ihrem Fenster sieht die 85-Jährige alle zwei Tage einen Tanklaster durch die Siedlung rollen. Ohne dessen Ladung, etwa 16 000 Liter Trinkwasser, würden in Solla im Bayerischen Wald, 400 Einwohner, nur noch Tropfen aus ihrem Wasserhahn kommen. Und ohne Wasser kein Duschen, Kochen, Gießen. Auch die Waschmaschine sei schon stehen geblieben, weil die Versorgung unterbrochen war. Mal fließt Wasser, mal nicht. „Das geht schon seit Wochen so“, sagt Haberl am Telefon.
Die Rentnerin lebt seit 30 Jahren in Solla, einem Ortsteil von Thurmansbang im Landkreis Freyung-Grafenau. Dass das Wasser wie in diesem Sommer ausgeht und notdürftig von Milchlastern herangeschafft werden muss, habe sie noch nicht erlebt. „Aber mei, man muss jetzt damit umgehen“, sagt Erna Haberl. Zur Reserve stehen fünf volle Plastikkanister bei ihr zu Hause.
SZ Bayern auf Whatsapp
Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren
Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.







