PfadnavigationHomePodcastsAha!Wissenschafts-PodcastAntidepressiva – Wirkung, Nebenwirkungen und verbreitete MythenVeröffentlicht am 19.08.2025Lesedauer: 3 MinutenQuelle: picture alliance/Westend61/Hanna DrybushevskaAntidepressiva können bei schweren Depressionen die Lebensqualität deutlich verbessern. Doch ihre Wirkung setzt verzögert ein, und nicht in jedem Fall tritt eine Besserung ein. Entscheidend ist die richtige Anwendung.Außerdem geht es in der Folge um die Frage: Haben Amseln Lieblingsmelodien? Hier können Sie die Folge direkt hören: Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um den Einsatz und die Wirkungsweise von Antidepressiva. Prof. Dr. Claus Normann, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg und Leiter der Sektion Psychopharmakotherapie, erklärt, wie diese Medikamente im Gehirn wirken, welche Chancen sie bieten und worauf Patientinnen und Patienten achten sollten. Wie Antidepressiva das Gehirn beeinflussenLange galt die Vorstellung, Antidepressiva würden vor allem das Serotonin erhöhen, das als „Glückshormon“ gilt. Heute deuten neue Forschungsergebnisse darauf hin, dass ihre Wirkung stärker mit der sogenannten Neuroplastizität zusammenhängt – also der Fähigkeit des Gehirns, sich an äußere und innere Reize anzupassen. Diese Anpassungsfähigkeit ist bei Depressionen eingeschränkt und kann durch Medikamente wieder verbessert werden.Antidepressiva führen bei rund einem Drittel der Betroffenen zu einer vollständigen Genesung, bei einem weiteren Drittel zu einer deutlichen Besserung. Bei der übrigen Gruppe wirken sie kaum. Zugelassen sind sie nicht nur für Depressionen, sondern auch für Angst- und Zwangsstörungen. Leitlinien empfehlen ihren Einsatz vor allem dann, wenn die Erkrankung so schwer ist, dass Alltag und Lebensführung massiv beeinträchtigt sind. Außerdem gehen die Leitlinien-Empfehlungen dahin, dass man bei einer schweren Depression Medikamente und Psychotherapie immer kombinieren sollte.Nebenwirkungen und richtige Anwendung Antidepressiva entfalten ihre Wirkung meist erst nach drei bis sechs Wochen. Zu Beginn können Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Magenbeschwerden auftreten. Häufig sind auch sexuelle Funktionsstörungen. Wichtig ist: Antidepressiva verändern nicht die Persönlichkeit und machen auch nicht im klassischen Sinn abhängig.Für den Therapieerfolg ist entscheidend, die Medikamente ausreichend lange einzunehmen. Selbst nach dem Abklingen der Symptome sollten sie noch mindestens ein halbes Jahr weitergeführt werden, um Rückfälle zu verhindern. Ein Absetzen erfolgt schrittweise und in einer stabilen Lebensphase.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.