Die Popcorn-Maschine steht noch an ihrem Platz an der Bar und aufgrund des Denkmalschutzes sieht es im Foyer des früheren Kinos am Sendlinger Tor auch sonst im Prinzip noch so aus wie vor ziemlich genau sieben Monaten. Damals, am 15. Januar, schloss sich im Filmtheater das letzte Mal der Vorhang. Nach 112 Jahren war Schluss. Der Grund: ein jahrelanger Streit über Geld zwischen den Immobilienbesitzern und den Kinobetreibern. Lange war danach unklar, wie es mit dem geschichtsträchtigen Gebäude im Zentrum Münchens weitergehen soll. Seit dem Wochenende ist nun klar: Zumindest das Foyer des Kinos ist nun vorübergehend Zuhause einer weiteren Filiale des Café Plex. Neben der Popcorn-Maschine steht deshalb neuerdings eine große Siebträgermaschine.

Betreiber der Münchner Café-Kette sind Maximilian Kamp und Philipp Cheng. Bevor die zwei Jungunternehmer an den Sendlinger-Tor-Platz gezogen sind, ging es im Herbst 2024 los mit einer Filiale in der Türkenstraße, schnell folgten weitere Läden in der Leopold- und Fraunhoferstraße. Wie sie an die Ladenfläche im ehemaligen Kino gekommen sind, dazu will der 25-jährige Kamp nicht ins Detail gehen. Nur so viel: Mit der Eigentümergemeinschaft, der das Haus gehört, habe er gar keinen direkten Kontakt gehabt. Das Plex ist also, wenn man so will, die Zwischennutzung von der Zwischennutzung.