PfadnavigationHomePS WELTAuto-NewsEs werde mehr Licht100 Jahre moderne ScheinwerferVeröffentlicht am 13.08.2025Lesedauer: 6 MinutenAnfang des 20. Jahrhunderts, als das Automobil noch jung war, kamen als Scheinwerfer Karbidlampen zum EinsatzQuelle: SP-X/Peter WeißenbergDer Anfang des Autoverkehrs liegt im Dunkeln – im wörtlichen Sinn: Denn erst seit 1925 gibt es die moderne Kombination von Fern- und Abblendlicht in einem einzelnen Scheinwerfer. Doch Weitblick geht längst kilometerweit über das hinaus, was Lichtquellen leisten können.SP-X/München. Jetzt muss Johann raus. Die Ausfahrt ins Grüne des Herrn Grafen hat an diesem warmen Julitag 1899 einfach etwas länger gedauert als geplant – und nun nähert sich die Sonne bereits dem Horizont. Auf der Schotterstraße Richtung Herrensitz wird es langsam dämmrig; eine Herausforderung für den Automobilisten am Steuer. Die mitgeführte Karbidlampe taugt eigentlich nur dazu, gesehen zu werden. Also ist es sicherer, wenn auf dem letzten Kilometer bis nach Hause der Diener Johann mit der Lampe den Weg vor der Benzinkutsche ausleuchtet. Mehr als Schrittgeschwindigkeit ist auf der stockfinsteren Straße ja ohnedies nicht drin.

Die holprigen dunklen Zeiten des automobilen Straßenverkehrs sind lange vorbei. Doch einen wirklich erhellenden Beleuchtungsstandard gibt es auch im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts noch nicht. Erst mit der Erfindung der Doppelfaden-Scheinwerferlampe, von Osram kurz „Bilux“ genannt, wurden Abblend- und Fernlicht in einem Reflektor vereint. Ein Meilenstein der Verkehrssicherheit, der bis in die 1970er Jahre Standard in unseren Scheinwerfern blieb. Die damit verbundene Glühbirne hat sogar heute noch bei Fahrzeugen mit Halogen- oder Xenonlampen im Prinzip die gleichen Fassungen, um sie in die Scheinwerfer zu schrauben. Aber dazu gleich noch mehr.