Ferrari Luce oder Jaguar Type 01 zeigen es gerade: Manchmal riskieren Autobauer alles, um mehr Zukunft zu wagen. Eine Wette, die auch gründlich schief gehen kann – oder aber Kulttypen kreiert. Ein Gang durchs Kuriositätenkabinett der letzten 100 Jahre: Von Audi über BMW und Mercedes-Benz bis VW ist alles dabei. SP-X/Köln. Welcher Designer träumt nicht davon, automobile Ikonen zu entwerfen, die wie ein Fiat 500, Mini Cooper, Porsche 911, Jaguar E-Type oder (Ferrari) Dino Berlinetta Speciale auch nach Jahrzehnten nicht an Faszination verlieren – teils sogar Bestandteil der Alltagskultur sind? Vielleicht trieben die Designer des neuen Ferrari Luce, des Jaguar Type 01 oder des Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupés ähnliche Motive an, auf jeden Fall diskutiert die automobile Community mit bisher ungekannter Leidenschaft, ob die disruptiven Formen der Supercars den Mythos der Marken zerstören oder als kalkulierter Skandal visionär stilprägende Ikonen kreieren.
Geniestreich oder genial daneben: Derartige Debatten sind schon fast so alt wie das Auto selbst. Bereits der Blick zurück auf den ersten Porsche 911 (901) als anfangs umstrittenen Nachfolger des rundlichen Typs 356, auf den 1965 radikal neu gedachten Dino Berlinetta mit Mittelmotor-V6 (Enzo Ferrari wagte deshalb kein Cavallo-Rampante-Logo) oder den Fiat 500, der 1957 zunächst im Schatten des größeren Fiat 600 stand, zeigt: Manches Auto galt zuerst als Flop, war später aber doch top. Besonders drastisch zu erleben bei der „Ente“, dem Citroen 2 CV. „Konservendose“ nannten Kritiker diesen ab 1948 in schockierend billiger Qualität gebauten Gallier. Was keiner vermutete: Der kleine Citroen wurde Kult und lief bis 1990 in 5,1 Millionen Einheiten vom Band. Mehr noch, der Enten-Esprit führt 2026 zu einer Neuauflage des 2 CV im Retrolook. Die ganze Bandbreite der zum Wegschauen schrägen oder erst auf den zweiten Blick schönen automobilen Blüten zeigt eine Zeitreise durch das Design der letzten 100 Jahre.







