Schon lange ist nicht mehr so viel über automobiles Design diskutiert worden: Die Kommentarspalten unter den Neuvorstellungen quellen über, Ex-Vorstände und Konkurrenzdesigner mischen sich ein, sogar das Feuilleton bezieht Stellung. Es geht um den neuen Mercedes-AMG GT und den Ferrari Luce, zwei Aushängeschilder der elektrischen Transformation im oberen Luxus- und Performance-Segment.

Mit grober Klinge und aggressivem Karpfenmaul

Doch der Reihe nach: Es begann am 20. Mai mit Mercedes-AMG – und zwar in Form eines gewaltigen Spektakels an der eigens gesperrten 6th Street Bridge in Downtown Los Angeles. 600 geladene Gäste – darunter laut Hersteller „Celebrities“ wie Formel-1-Fahrer Kimi Antonelli, „Suits“-Darsteller Gabriel Macht und ausgewählte VIP-Kunden – durften dabei sein, als sich das Bauwerk in eine Autobahn verwandelte und drei Fahrzeuge mit qualmenden Reifen davonpreschten. Am Steuer saßen unter anderem der Formel-Fahrer George Russell und der Schauspieler Brad Pitt.

Wie schon sein Vorgänger ist der neue AMG-Viertürer als gut fünf Meter lange, flache Fließheck-Limousine konzipiert. Doch an die Stelle der Sechs- und Achtzylinder-Hochleistungsmotoren ist ein Elektroantrieb getreten, der die alte Klang-Herrlichkeit nur noch synthetisch nachbildet. Außerdem präsentiert er sich stilistisch viel brutaler, mit aggressivem Karpfenmaul und extrem scharf abgeschnittenem Heck.