Dem Nachleben Thomas Manns geht es in diesem Gedenkjahr vergleichsweise blendend. Jedenfalls sind Stimmen von Abwehr und Ablehnung nicht laut geworden. Das war vor fünfzig Jahren, zum hundertsten Geburtstag, ganz anders. Damals ließ Marcel Reich-Ranicki ein journalistisches Instrument der Zwanzigerjahre aufleben, die literarische Umfrage. „Was halten Sie von Thomas Mann?“ Die achtzehn Antworten, die er für die FAZ einsammelte, waren, vorsichtig gesagt, gemischt. Der Anteil unverhohlener Kritik war überraschend hoch.