Die Ehrfurcht müsse durch das fortschreitende Wissen vom Menschen hindurchgehen, sagte Thomas Mann im Oktober 1930 in seiner Rede über den Dichter August von Platen in Ansbach. Und fügte die Bemerkung an, die Literaturhistorie habe, „aus Unwissenheit und heute überholter Diskretion, um die Grundtatsache von Platens Existenz recht albern herumzureden gesucht: um die lebensentscheidende Tatsache seiner exklusiv homoerotischen Anlage“.